Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Ueber das Fangen und Präpariren von Hymenopteren.

Hymenopteren werden am besten mit den gewöhnlichen Schmetterlingsnetzen gefangen. Doch ist darauf zu achten, dass deren Durchmesser nicht zu klein ist. Auch sind tiefe Netze besser als flache, weil man durch Umkippen des Beutels ein Entweichen des gefangenen Insektes verhindern kann. Hierauf bringt man die Thiere in die Sammelflasche und tödtet sie durch einen Tropfen Chloroform oder Aether, den man auf ein Wattebäuschchen an der Unterseite des Korkes träufelt.

Am einfachsten ist es freilich, sich der Cyankaliflasche zu bedienen, wenn auch manche Unzuträglichkeiten damit verbunden sind. So habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass Blausäuredämpfe die Farbe verändern. Gelb wird dadurch roth. Im Museum für Naturkunde befinden sich solche künstlich ge- röthete Exemplare. Die Schädigungen, denen die Thiere in der Cyankaliflasche ausgesetzt sind, lassen sich jedoch mindern, wenn man von dem Einschliessen des Cyankaliums in Gyps absieht. Der Gyps wird meist feucht und verhindert dadurch ein Austrocknen der Stücke. Viele Sammler thun einfach ein Stück Cyankalium, in Fliesspapier eingewickelt, in die Fangflasche. Bei der ausser­ordentlichen Giftigkeit dieses Stoffes halte ich dieses Verfahren für unvorsichtig. Es ist deshalb immer besser, das Cyankalium zu isoliren. Zu diesem Behufc kann man ein Stückchen Gift in ein kleines Gläschen thun, welches man mit einem Wattepfropf verschliesst. Um ein Zertrümmern zu verhüten, ist es gut, das kleine Glas überdies noch in Fliesspapier einzuwickeln. Damit die Thiere sich nicht gegenseitig beschädigen, fülle man die Flasche mit kleinen dünnen Streifen von Fliesspapier an, welches auch gleichzeitig die etwa vorhandene Feuchtigkeit aufsaugt. Um Verwechslungen der Fundörter zu verhindern, darf man nur Thiere derselben Herkunft in ein und dasselbe Glas thun.

Der guten Erhaltung wegen muss man suchen, die Thiere möglichst schnell versandfähig zu machen. Als Regel gelte hierbei, dass nur solche Stücke ein­gepackt werden dürfen, die vollständig trocken sind, weil sie sonst während des Transportes faulen und auseinander fallen. Nach dem Herausnehmen aus der Flasche sind die Stücke an einer vor Raubinsekten geschützten Stelle zu trocknen. Zum Versenden der trockenen Insekten sind zwei Methoden zu empfehlen, von denen sich der Sammler je nach Umständen die bequemste aussuchen kann. Die eine ist das Verpacken in Papierdüten, die andere das Ausbreiten auf einer Watteschicht. Die Papierdüten sind dieselben, wie sie bei Schmetterlingen ge­bräuchlich sind. Härtere Thiere können wie Käfer etc. eingerollt werden. Ge­wöhnlich ist es wünschenswerth, dass nur je ein Thier in eine Düte gebracht wird. Von ganz kleinen Hymenopteren kann man jedoch mehrere hineinthun. Das Verpacken in Düten gewährt insofern einen Vortheil, als auf dieselbe gleich