Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Einleitung.

Es war schon längst mein Wunsch, das in unserer Sammlung befindliche reiche afrikanische Hymenopterenmaterial wissenschaftlich zu verwerthen. Des­halb ergriff ich freudig diese mir dargebotene Gelegenheit. Leider musste ich von meinem zuerst gehegten Plane abweichen, da eine gleichmässige Bearbeitung des gesammten Hymenopterenmaterials zur Zeit unmöglich ist. Hieran sind in erster Linie die vielen unzureichenden Beschreibungen schuld, nach denen man sich fast gar keine bestimmte Vorstellung des betreffenden Thieres machen kann. Für jede Gattung hätte erst eine monographische Durcharbeitung stattfinden müssen, wozu viele Jahre nöthig gewesen wären. Auch fehlte es mir an der Möglichkeit, viele nothwendige Typen einzusehen. Der grösste Theil, z. B. die ganzen Smith'schen Arten, befindet sich im Londoner Museum, dessen Thiere leider nur dort verglichen werden dürfen. Zum Theil verdanke ich es den Museen in Brüssel, Hamburg und Wien, die mir ihr diesbezügliches Material zur Ver­fügung stellten, dass es mir möglich gewesen, wenigstens einzelne Gruppen etwas ausführlicher behandeln zu können. Besonders war es mir unmöglich, die Arten der Gattungen Allodape, Ceratina, Belonogaster, Polistes, Eumenes, Rhynchium, Odynerus und Mutilla genauer zu bearbeiten. Die von diesen vorhandenen Be­schreibungen waren meist so unbestimmt, dass sie auf grosse Reihen von Arten, für die sich ganz gute plastische Unterschiede hätten finden lassen, passten. Ich will nur beispielsweise die Ceratina capensis F. Sm. anführen, deren Beschreibung sich auf acht mir vorliegende Arten anwenden liess. Jeder einsichtsvolle Hymenopterologe wird es daher gutheissen, dass ich in einem solchen Falle von der Aufstellung neuer Arten, die nur verwirrend hätte wirken können, Ab­stand nahm und das gesammte Material für eine etwaige spätere Spezialarbeit aufhob. Aehnlich wie es bei den Arten der Fall ist, verhält es sich auch bei den Gattungen; dies gilt besonders für die Apiden, Hier ist die Umgrenzung meist so ungenau, dass es oft schwer hält, eine neue Art in die schon be­schriebenen einzufügen. Es wäre wünschenswerth, dass einmal ein kundiger Spezialist eine genaue Durcharbeitung der Apidengattungen vornähme. Nähme man sich hierbei die Arbeiten der Wiener Entomologen Kohl und Handlirsch zum Muster, so würde wahrscheinlich die Zahl der Gattungen auf ein Drittel zusammenschrumpfen. Ich will nur darauf hinweisen, wie schwer es z. 13. hält, Gattungen wie Osmia, Heriades und Chelostoma auseinander zu halten, wenn man auch über viel exotisches Vergleichs-Material verfügt.

Vorliegende Arbeit verfolgt neben dem wissenschaftlichen auch den prak­tischen Zweck, dem Sammler in unseren Kolonien einen Aufschluss über schon