Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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4" Dr. W. Michaelsen.

Geoscolecidae.

Siphonogaster stuhlnianni Michaelsen (n, pag. 10).

(Fig. 28.)

Da diese Art in der jüngeren Stuhlmann'schen Ausbeute durch viele, vor­züglich konservirte Exemplare vertreten ist, so konnte eine eingehendere Unter­suchung ihrer Organisations-Verhältnisse statt haben.

Aeusseres. Die beiden grössten geschlechtsreifen Exemplare sind' bezw. 17 cm lang, im Maximum circa 3 mm dick und bestehen aus 252 bezw. 258 Segmenten. Das Maximum der Dicke findet sich am Vorderkörper, etwa vom 10. bis zum 12. Segment. Nach vorne verringert sich die Körperdicke erst langsam dann (etwa vom 5. Segment ab) etwas schneller. Nach hinten zu verjüngt sich der Körper langsam aber stetig, so dass das Hinterende nur noch 2 bis i 1 /« mm Dicke besitzt. Der Vorderkörper ist drehrund; nach hinten zu wird der Körper allmählich vierkantig; am Hinterende ist die ventrale Körperwand zwischen den Linien der innersten Borsten tief eingesenkt, rinnenartig. Der Kopflappen hat die Gestalt eines stumpfen Kegels mit breit abgerundeter Spitze. Die Haut ist vollkommen pigmentlos, bei konservirten Exemplaren bleichgrau. Der Kopf­lappen ist mit dem Kopfring innig verschmolzen; eine trennende Intersegmental- furche ist zwischen ihnen nicht erkennbar, man müsste denn schon eine der ver­schiedenen, meistens quer verlaufenden Runzeln des Kopfes als solche in Anspruch nehmen. Die Segmente des Vorderkörpers sind 3-ringlig, selbst der Kopfring zeigt schon mehr oder weniger starke Andeutungen dieser Ringelung. Der mitt­lere, die Borsten tragende Ringel ist wallförmig erhaben. Die Borsten zeigen bei starker Vergrösserung die gleiche zartnarbige Ornamentirung, wie sie Beddard an den Borsten von S. millsoni fand (1. Fig. 20) und wie sie für viele Geoscole- ciden charakteristisch ist. Die Borsten stehen auf kleinen, besonders am Vorder­körper stark hervorragenden Papillen. Sie beginnen mit dem zweiten Segment und sind in 4 Reihen-Paaren angeordnet. Die Distanzen zwischen den Paaren sind annähernd gleich gross, selbst die dorsal-mediane Distanz ist kaum grösser als die übrigen. Am Vorderkörper sind die Borsten-Paare sehr weit, nur wenig schmäler als die Distanz zwischen zwei Paaren. Am Mittelkörper und am Hinter­körper sind die Borsten-Paare viel enger. Die Paare eines Segments sind in allen Körperpartien annähernd gleich weit. Nephridioporen sind nicht in allen Körper­regionen gleich deutlich erkennbar. Sie liegen am Mittelkörper zu zweien in den einzelnen Segmenten vor den äusseren Borsten der ventralen Paare (in Borstenlinie b). Bis zum 15. Segment konnte ich sie nach vorne verfolgen. Rückenporen sind nicht vorhanden. Eine charakteristische Gestaltung zeigt der After. Derselbe beschränkt sich nicht auf das letzte Segment, sondern zieht sich in der ventralen Rinne des Körper-Endes als Längsschlitz durch einige Segmente nach vorne. Besonders viele Segmente beansprucht der anale Schlitz bei solchen Exemplaren, bei denen das Hinterende regenerirt erscheint und die letzten Segmente noch nicht die normale Länge wiedererlangt haben.

Aeussere Geschlechts-Charaktere. Am meisten in die Augen fallend sind die für die Gattung Siphonogaster charakteristischen männlichen Geschlechtslappen (Fig. 28). An der Ventralseite des 19. Segments und zwar auf den Linien der innersten Borsten (Borstenlinien a) erheben sich zwei kleine Papillen, die mit Vorder- und Hinterrand etwas über die Grenzen ihres ventral verschmälerten Segments auf das 18. und 20. Segment hinübergreifen. Auf diesen Papillen sitzt je ein etwa 6 mm langer und 1 mm breiter Lappen. Diese Lappen sind parallelrandig; ihr freies Ende ist halbkreisartig abgerundet. Die Seitenränder sind etwas nach innen eingebogen; die Aussenfläche hervorgewölbt; so dass er eine flach rinnenförmige Gestalt erhält. Die Innenseite des Lappens ist durch