Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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A. Mrazek.

der äusseren Organisation gar keine Rede sein konnte. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als einfach das Vorhandensein dieser dritten Diaptomus- form in dem Stuhlmann'schen Material zu konstatiren.

Ergasilidae.

Ergasilus sp.

In Gemeinschaft mit den bereits erwähnten freilebenden Copepoden wurde auch in einem einzigen Exemplar ein Vertreter der parasitären Gattung Ergasilus gefunden. Es müssen die Ergasiliden in Afrika weit zahlreicher als bei uns vor­kommen, da sie so leicht während ihres gewiss nur kurzen, gelegentlichen Freilebens angetroffen werden. Ich schliesse dies nicht nur aus diesem einzelnen Funde, sondern hauptsächlich deshalb, da mir bei der Bearbeitung der Copepoden- fauna des Süss- und Brackwassers des unteren Kongo's eine Ergasilus- Art in Menge aufgestossen ist, während ich sonst bei uns in Europa bei überaus zahl­reichen Sammlungsexkursionen niemals einen Ergasilus frei im Wasser antraf.

* *

Im Ganzen also Hessen sich in dem von uns untersuchten Material 13 ver­schiedene Copepoden-Arten feststellen:

1. Cyclops phaleratus Koch ,j

2. Cyclops serrulatus Fisch.

3. Cyclops stuhlmanni n. sp.

4. Cyclops prasinus Fisch.

5. Cyclops oithonoides Sars

6. Cyclops sp. ined. Poppe

7. Cyclops leuckarti Sars

8. Cyclops emini n. sp.

9. (Juntlwcamptus sp.

10. Diaptomus galebi Barr.

11. Diaptomus stuhlmanni n. sp.

12. Diaptomus sp.

13. Ergasilus sp.

Die Zahl ist offenbar zu gering und beweist das wohl nur gelegentlich soweit es die Verhältnisse der Expedition gestatteten, gesammelt wurde. Uebrigens kann nicht geleugnet werden, dass beim Einsammeln von Copepoden schon eine genauere Kenntniss dieser Gruppe nothwendig ist, wenn die Sammel­resultate ganz befriedigend sein sollen. Immerhin aber ist vorliegendes Material interessant genug, da es hinreicht, uns ein Bild von der ostafrikanischen Süss- wasser-Copepodenfauna zu machen. Ehe wir aber dieses entwerfen, müssen wir vorher auf die Frage antworten, ob die geographische Verbreitung der Copepoden überhaupt gestattet, gewisse einzelne Faunentypen zu unter­scheiden. Diese Frage könnte übrigens mit fast gleichem Rechte auf die gesammte niedere Süsswasserfauna ausgedehnt werden, und ich glaube darauf im bejahenden Sinne antworten zu müssen. Natürlich müssen wir zugeben, dass es sehr viele Formen giebt, welche einen sehr weiten Verbreitungs­bezirk besitzen, ja sogar kosmopolitisch genannt werden können. Dieses Faktum ist übrigens leicht erklärlich, wenn man bedenkt, dass die biologischen Verhält­nisse des Süsswassers doch überall ungefähr die gleichen sind, oder dass dieselben wenigstens weit geringere Unterschiede darbieten, als z. B. die biologischen Verhältnisse auf dem Lande. In der That, man kann nicht gut einsehen,