Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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A. Mrazek.

dieser Thiere erwägt, die es mit sich bringt, dass dieselben dem minder geübteren Sammler leicht entgehen können. Das einzige, was von den Harpacticiden in dem Stuhlmann'schen Material gefunden werden konnte, waren einige leere Exuvien sehr junger Thiere, wie solche sehr oft in pelagischen Fängen angetroffen werden, weil sie ihrer Leichtigkeit wegen sehr leicht durch die Strömung aus dem Schlamm emporgehoben werden und dann umherflottiren. An solchen Exuvien Hess sich aber nur soviel erkennen, dass sie wahrscheinlich zum Genus Canthocamptus gehören. Um welche Species es sich handelt, liess sich nicht entscheiden.

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Centropagidae.

Diaptomus galebi Th. Barrois Tal III, Fig. 4, 5, 8, 9.

Zum ersten Male wurde Diaptomus galebi von Barrois im Jahre 1891 beschrieben. Die Beschreibung dieses Forschers ergänzte dann Richard im vorigen Jahre. 1 ) Doch die mir vorliegende Form, welche ich für Diapt. galebi entschieden halten muss, weicht in einigen Punkten von der Beschreibung und Abbildungen Richards ab. Die allgemeine Körperform meiner Exemplare stimmt sonst mit den Angaben des französischen Autors überein, nur habe ich niemals an der Grenze zwischen den mit einander verschmolzenen zweitem und drittem Abdominalsegment den Höcker beobachtet, dessen Richard erwähnt. Ebenso wenig konnte ich an den Furkalborsten die eigenthümliche Form, welche Richard zeichnet, bemerken, nämlich das plötzliche Dünnerwerden gegen das Ende zu und den Unterschied in der Befiederung der breiten proximalen und der dünnen distalen Partie. Das 5. Fusspaar des Weibchens hat die von Richard abgebildete Form, doch fand ich bei einem Exemplar den Innenast abweichend ge­staltet, nämlich an der Spitze mit einem längeren Stachel versehen. (Taf. III, Fig. 5.)

Bei den Männchen finden sich Unterschiede zwischen meinen Exemplaren und der Beschreibung Richards nur am 5. Fusspaar. Das zweite Glied des Basal- abschnittes des rechten Fusses ist an der Rückenseite nahe am hinteren Rande mit einem flachen gegen das Ende zu hyalinen, gebogenen Vorsprunge versehen, welcher auf Fig. 9, Taf. III dargestellt ist. Bei Seitenlage des Thieres hat der­selbe die Form eines spitzen Zahnes, niemals erscheint er aber am Ende abgerundet, wie bei Barrois und Richard. Das letzte breite Glied des Aussen- astes desselben Fusses trägt ausser dem hyalinen Vorsprung unterhalb der Einlenkungsstelle des Seitendornes noch an der Innenseite einen niedrigen hyalinen Kamm. Der linke Fuss ist entschieden länger als er bei Richard dargestellt ist und desgleichen auch sein Innenast.

Im Ganzen genommen müssen wir die konstatirten Abweichungen wohl am ehesten durch eine kleine Ungenauigkeit der Originalabbildung unserer Form, die allzu schematisch gehalten wurde, erklären.

Die Grösse wurde von Barrois als zwischen 2"i2-4 mm schwankend an­gegeben. Richard fand dieselbe höchstens 1*8 mm, sonst aber meistens ungefähr 1 mm. Meine Messungen stimmen damit vollkommen überein.

Fundnotizen: 1.: Tümpel im Nilthal bei Kairo; 20. III. 1888; 2.: Bei Insel Djüma, Victoria-Nyansa; 13. III. 1892; 3.: Buköba; 20. III. 1892 Nachts; 4.: Bei Insel Köme, Victoria-Nyansa; 13. III. 1892, 11 Uhr Vormittags.

1 ) Th. Barrois. Sur trois Diaptomus nouveaux des environs du Caire. Revue biol. Nord, d. 1. France. 1891. P. 2. Fig. 1, 2, 4.

J. Richard. Copepodes recueiEis par M. le Dr. Theod. Barrois en Egypte, en Syrie et en

Palestine. Revue biol. Nord. d. 1. Fr. 1893. P. 2730. Fig. 3842.