Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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COPEPODEN.

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Cycl. oithonoides. Dasselbe gilt auch vom Receptaculum seminis und deshalb habe ich es unterlassen dieselben abzubilden.

Das Männchen kennzeichnet sich durch die viel schlankere Form, besonders das Abdomen desselben ist sehr dünn und auch in seiner proximalen Partie am ersten Gliede nur schwach aufgetrieben. Dadurch nähert es sich dem oithonoides-. Typus und unterscheidet sich scharf vom männlichen Abdomen des C. leuckarti. Die Verhältnisse der Furkalglieder und Furkalborsten sind die gleichen wie beim Weibchen, mit dem einzigen Unterschiede, dass die Furkalglieder nicht so von einander divergiren wie beim Weibchen. Die Greif­antennen sind schlank, und was ihre Länge betrifft, stehen sie kaum dem 9 Vorderfühler nach. Die Spürkolben sind etwas länger als beim Cycl. oithonoides, aber wir müssen die sehr interessante Thatsache konstatiren, dass das Grund­glied der Greifantenne nur einen Spürkolben führt. Es ist dies schon ein drittes derartiges Beispiel (die zwei anderen bei C. oithonoides und G. diaphanus habe ich schon in einer früheren Arbeit zum ersten Male nachgewiesen 1 ).

Am nächsten verwandt ist wohl unsere neue Form mit dem C. oithonoides, doch nach den oben erwähnten Charakteren ist es unmöglich, sie mit dieser Art zu verwechseln, von welcher sie sich sofort unterscheidet durch die Länge der Rückenborste an der Furka, welche bei C. oithonoides niemals eine solche Länge erreicht, sowohl als auch durch die Schwimmfüsse. Auch die relative Grösse des 2. Maxillarfusses ist ein gutes Merkmal, welches uns übrigens be­zeigt, dass innerhalb der C. oithonoides - Gruppe bei Beurtheilung der Artunter­schiede auch auf die Verhältnisse dieses Gliedmaassenpaares Gewicht zu legen ist. Die neue Form habe ich mir erlaubt, nach dem dahingegangenen Forscher, der sich besonders auch um die zoologische Erforschung Afrikas ungemein ver­dient gemacht hat, zu benennen.

Fundnotiz: 1. Bei Insel Djüma, Victoria-Nyansa; 13. III. 92, 5 Uhr 45 Min. Morgens; 2. Buköba; 20. III. 92, Nachts.

Cyclops leuckarti Sars

Taf. II, Fig. 4, 7, 9.

Diese Art war fast in allen Gläsern. Wie die neueren Untersuchungen ergeben haben, ist Cycl. leuckarti eine kosmopolitische Form. Dass die Exemplare von Ost-Afrika bezüglich ihrer Grösse ungemein variiren, so dass die von einer Lokalität wirklich kolossal, diejenigen von einer anderen geradezu winzig sind, kann nichts besagen, da wir dasselbe auch bei uns in Europa beobachten können. Doch von grösserer Bedeutung ist der Umstand, dass bei sämmtlichen Exemplaren der zahnartige Fortsatz an der Basallamelle des 4. Schwimmfusses sehr niedrig und beinahe unkenntlich ist, was auffallend ist im Vergleich mit der Grösse dieser Bildung bei europäischen Exemplaren. Auch die Form des hyalinen Saumes am letzten Gliede des weiblichen Vorderfühlers weicht ein wenig von der Form ab, die ich für unsere einheimische Form als typisch kennen gelernt habe. Doch alle diese Unterschiede erlauben nicht einmal das Aufstellen einer Varietät.

Harpacticidae.

Die Hauptmasse des von Dr. Stuhlmann gesammelten Copepodenmaterials bilden die Cyclopiden und in zweiter Reihe, aber schon mehr untergeordnet, die Centropagiden. Die Harpacticiden fehlen dagegen in demselben fast vollkommen, was ganz natürlich ist, wenn man die besondere Lebensweise

') Mrdzek: Zur Morphologie der Antenne der Cyclopiden. Zool. Anzeig. Nr. 430. 1893.