Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Durch gütige Vermittelung des Herrn S. A. Poppe in Vegesack wurde mir von Herrn Dir. Prof. K. Möbius das von Dr. Stuhlmann während der Emin PaschaStuhlmann Expedition in den Jahren 1891/92 in Ostafrika gesammelte Copepodenmaterial zur Bearbeitung anvertraut. Sowohl Herrn Poppe als auch Herrn Dir. Möbius erlaube ich mir an dieser Stelle meinen besten Dank dafür auszusprechen. Da bisher über die Copepodenfauna Afrikas nur sehr wenig bekannt war und nur einige Bruchstücke von Blanchard, Richard, Guerne, Barrois, Bourne vorliegen, so unterzog ich mich mit Freuden der Bearbeitung des Stuhlmann'schen Materials, in der Hoffnung, recht viel Interessantes darin zu entdecken und dadurch zur Kenntniss der Fauna des dunklen Kontinents beitragen zu können. Sind auch die Resultate der Unter­suchung nicht grossartig und überraschend, so liefern sie dennoch einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Erforschung der afrikanischen Süsswassercope- podenfauna.

Das mir zugestellte Material befand sich nur in einigen wenigen Gläsern, von welchen die meisten nur eine sehr geringe Anzahl Individuen enthielten. Der Zustand der darin enthaltenen Thiere war sehr verschieden. Manche waren vortrefflich konservirt, andere dagegen waren stark mazerirt; einige hatten offen­bar eine vollkommene Austrocknung überstanden, da sie bis zur Unkenntlichkeit zusammengeschrumpft waren. Ausser dem konservirten Copepoden-Materiale standen mir noch einige Zeichnungen zu Gebote, die Dr. Stuhlmann an Ort und Stelle während der Expedition angefertigt hatte. So schön und sorgfältig auch diese Zeichnungen an sich selbst sind, so eignen sie sich nur sehr wenig für unsere Zwecke, denn sie stellen meistens solche Organe dar, welche für die Systematik fast ohne Belang sind, wie z. B. die Greifantenne und die hintere Antenne und dazu noch bei ziemlich schwacher Vergrösserung, bei welcher die gerade charakteristischen Details unsichtbar sind. Die Form des Receptaculum seminis und des rudimentären Füsschens, also die wichtigsten systematischen Merkmale sind nirgends abgebildet. Inwiefern sich aber trotzdem einige Zeich­nungen Dr. Stuhlmanns als eine willkommene Ergänzung des konservirten Materials verwenden liessen, darüber werde ich weiter unten berichten.

Das Material stammt meistens aus der Nähe von Buköba, theilweise aus dem Victoria-Nyansa, theilweise aus den dortigen kleineren Tümpeln.

Cyclopidae.

Cyclops stuhlmanni 11. sp.

Taf. 1, Fig. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 10, 11.

Länge des $ 0,85 mm, $ 0,73 mm.

Cephalothorax oval. Die Seitenränder der einzelnen Ccphalothorakal- segmente abgerundet und bis auf das letzte Segment seitlich nicht abspringend.

Ost-Afrika IV, Copepoden. I