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F. Koknike.
bei weiterem Ausbau und ausführlicherer Begründung die meiste Aussicht haben, sich allgemeine Gültigkeit zu verschaffen.
Ich verarbeitete die hier für Ostafrika zum ersten Male auftretenden Hy- drachniden-Arten, die in Alkohol konservirt waren, zu mikroskopischen Dauerpräparaten (Brady's Glycerin-Gallerte unter Zusatz von concentrirtem Glycerin) und sandte das Material in dieser Gestalt an das Berliner Museum für Naturkunde zurück.
I. Fam. Medioculatae.
i. Eylais extendens (Müll.)
Eylais extendens, Koenike: Jahrb. d. Hamburg, wiss. Anst. 1893. X. S. 5 1 — 52.
Die afrikanischen Exemplare sind nur geringfügig (das fünfte Palpenglied ist bei stärkerer Behaarung etwas spitzer) von den europäischen unterschieden, so dass ich nicht umhin kann, sie mit letzteren als gleichartig zu erachten.
Fundort: Quilimane (Sumpf Litololi-tukuli) und Cairo (Tümpel im Nilthal).
II. Fam. Lateroculatae.
2. Arrenurus stuhlmanni Koenike
Koenike: Jahrb. der Hamb, wissensch. Anst. 1893. X. S. 5—8. Taf. I, Fig. 1 u. 2.
Die Art ist im besonders durch den Petiolus gekennzeichnet (ebenda Taf. I, Fig. 1). Derselbe ist in der Mitte des basalen Theiles des Körperanhangs eingelenkt und besteht aus einem stielförmigen Mittelstücke, das an der An- heftungsstelle verdickt ist und am freien Ende gabelförmig abschliesst (ebenda Taf. I, Fig. 2 st.) Auf der Unterseite sitzt dem Petiolus eine schmale Leiste auf, die am Basalende nur recht schmal, nach hinten zu sich aber merklich verbreitert. Jederseits des Petiolus befindet sich eine durchsichtige Membran, die mit ihren beiden Seitenrändern an demselben festgewachsen ist. Ausserdem nimmt man auf beiden Seiten des Petiolus noch je einen wasserhellen Hautanhang wahr, der im ganzen äusserst schmal ist, vorn spitz ausläuft und mit der Innenseite gleichfalls dem Petiolus angewachsen ist. Neben dem verdickten Ende des Petiolus bemerkt man auf beiden Seiten je einen langen zapfenartigen Haarwall, der eine äusserst kräftige, dem Petiolus zugebogene Borste trägt, die kurz vor der Gabelung des stielförmigen Anhangs den letzteren berührt.
Fundort: Kibueni, Sumpf bei Sansibar.
3. Arrenurus gibbus Koenike
Koenike: Jahrb. der Hamb. wiss. Anst. 1893. X. S. 8—11. Taf. I. Fig. 3—6.
Das Weibchen — nur dieses ist bekannt geworden — kennzeichnet sich durch vier auffallend grosse Rückenhöcker, die vorn und hinten paarweise stehen (ebenda Taf. I, Fig. 5). Der Körper ist ausserordentlich hoch. Der Geschlechtshof fällt durch die ungewöhnliche Kürze der Geschlechtsspalte und die geringe Breite der vom hintern Ende der Genitallefzen ausgehenden Napfplatten auf. Die letzteren sind ausserordentlich stark gebogen (ebenda Taf. I, Fig. 3).
Fundort: Insel Muemba bei Sansibar.