Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Es erfolgt an dieser Stelle die Beschreibung von einigen weiteren durch Herrn Dr. Stuhlmann gesammelten Arten. Auf Wunsch werden die bereits im Jahrbuch der Hamburger wissenschaftlichen Anstalten veröffentlichten Species 1 ) nebst kurzer Beschreibung mit aufgeführt.

Der Nachtrag, der mir durch die Güte des Herrn Prof. Möbius vom Berliner Museum für Naturkunde zur Bearbeitung überwiesen winde, umfasst 10 Arten, einschliesslich einer Hygrobates-Nymphe, die ich nicht habe bestimmen können. Während in meiner ersten Arbeit über obigen Gegenstand, die sich mit 14 Species befasst, nur eine einzige Form auf eine europäische (Eylais extendens O. F. Müller) bezogen werden konnte, so sind diesmal drei Vertreter unsers europäischen Hydrachniden-Bestandes darunter: Atax spinipes (O. F. Müll.), Curvipes rotundus (P. Kramer) und Liminesia maculata (O. F. Müll.) Zu dem früher beschriebenen Atax spinifer Koenike wird durch diesen Aufsatz die Nymphe bekannt.

Auffallend ist die Erscheinung, dass unter der immerhin geringen Zahl der hier behandelten Formen allein 5 freilebende Atax-Spccies auftreten. Es scheint diese Gattung in Afrika sich einer grossen Verbreitung zu erfreuen. Vermuthlich werden Nachforschungen eine grössere Reihe bei Bivalven schmarotzender Ata- ciden ergeben. Die eine der vier afrikanischen Atax-Arten besitzt ungewöhnlicher- weise einen derben Panzer unter der dünnen und weichen Oberhaut, ein Analogon zu der südamerikanischen Form Atax perforatus Koenike. 2 ) Dieses Vorkommniss spricht dafür, dass dem Hautpanzer nicht die Bedeutung eines Gattungsmerkmals zuerkannt werden darf. Ich kann darum auch nicht eine Trennung der wenigen bis jetzt bekannten Frontipoda-Formen, die bis auf den Hautpanzer einander äusserst nahe stehen, in zwei Gattungen (Marica C. L. Koch und Pseudomarica C. J. Neuman) unterstützen.

Wenn ich mich der Haller'schen Familicneintheilung bediene, so geschieht das aus dem Grunde, weil mir dieselbe am durchsichtigsten und am besten be­gründet erscheint, wenn auch nicht zu verkennen ist, dass die Familie der Latero- culatae in der That einer Trennung bedarf. Es dürfte P. Kramer's System s )

') F. Koenike, Die von Herrn Dr. F. Stuhlmann in Ostafrika gesammelten Hydrachniden des Hamburger naturhist. Museums. Jahrb. d. Hamburg, wissensch. Anstalten. 1893. X.

2 ) F. Koenike, Südamerikanische auf Muschelthieren schmarotzende Atax-Specics. Zool. Anzeiger 1890, S. 426.

1 ) P. Kramer, Ueber die verschiedenen Typen der sechsfüssigen Larven bei den Süsswasser- milben. Wiegm. Arch. f. Naturg. 1893, Bd. 1, S. 124, Taf. I.

Ost-Afrika IV, Hydrachniden. I