Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Nacktschnecken.

VIII. Gattung: Bukobia n. g.

Stuhlmannia*) XIX. (Taf. rfl, Fig. i.)

Eine Pfeildrüse (pf) am Atrium auf der Seite des Ovidukts.

Wenn auch der Werth der neuen Gattung, ob sie etwa zum Subgenus heruntergedrückt werden soll, noch zweifelhaft ist, so erfordert doch die Anatomie sicherlich eine Abtrennung. Die Genitalien entsprechen denen von Atoxon, nehmen aber ein neues Element auf, einen kurzen Blindsack, der von links in das Atrium mündet und innen starke Längsfalten trägt. Er entspricht jedenfalls einer Pfeildrüse oder einem Pfeilsack, aber ohne Pfeile. Bei Büttneria ist eine solche mit starkem drüsigen Innenschlauch auf den Penis übergetreten. Bei Bukobia hat sie eher Aehnlichkeit mit den Clitoristaschen von Parmacella. Denkt man sie sich sehr verlängert und mit zahlreichen Retractoren ausgestattet, dann kommt man auf Urocyclus-Elisa.

10. Bukobia picta n. sp.

XIX. No. 10. Stuhlmannia picta. (Taf. II, Fig. 10. Taf. III, Fig. i.)

Variabilis. Taenia principalis in adulescentia ferruginea postea aut in magnas maculas dissoluta aut evanescens.

Elf Stück von 1,03 cm Länge. Sehr verschieden gezeichnet. Die Grundzeichnung ist weiss mit einer kräftigen rostbraunen Stammbinde auf Mantel und Rücken (c). Diese kann aber zum blassen Grau sicli verwischen (A), sie kann auch ganz verschwinden (D). Sie kann sich in Flecken auflösen, es können weitere ebensolche Hecken hinzutreten (E), bis eine richtige Schecke entsteht. Aehnlich auf dem Mantel (B). Immer aber ist die Zeichnung, namentlich auf dem Rücken sehr aus dem Groben gearbeitet.

Fundort: Insel Bussfra bei Buköba. Auf niedrigen Kräutern im Walde. 19. III. 1892. Stuhlmann leg.

Anatomie. Penis bezw. Patronenstrecke und Receptaculum sehr lang gestreckt (Taf. III, Fig. A).

II. Die Vaginuliden.

Es ist bekannt, mit welchen Schwierigkeiten die Systematik der Gattung Vaginula zu kämpfen hat, Schwierigkeiten, welche kaum gestatten, auch nur den Bestand des bisher für ein Gebiet Publicirten festzulegen, geschweige denn, einigermaassen zu gruppiren und mit den Vorkommnissen aus anderen Ländern in Beziehung zu setzen. Der einzige, der eine solide Methode für die De­termination nach äusseren Merkmalen einführte, ist Heynemann. Er bestimmt neben den feineren Charakteren der Hautskulptur und Färbung nach den genauen Maassen aller äusseren Umrisse, der Sohle, des Mantels mit seinen Thcilen, des ganzen Körpers nach Länge, Breite und Höhe, und namentlich nach der Lage der weiblichen Genitalöffnung. Wenn ich selbst auch gerade das letztere, sonst sehr gute Merkmal, noch dazu bei einer afrikanischen Art, Vaginula natalensis, schwankend fand (XV), so glaube ich doch behaupten zu dürfen, dass Heynemann's Methode, wiewohl für eine sichere Bestimmung kaum ausreichend,

*) Anm. Da der Name Stuhlmannia bereits vergeben ist, wie mir Herr Prof. von Martens freundlichst mittheilt, habe ich ihn in Bukobia verändert.