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Deutsches Kolonistenleben im Staate Santa Catharina in Süd-Brasilien / von Hermann Leyfer. Mit einem Vorwort von Albrecht Wilhelm Sellin
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Einteilung

Nirgends auf der Welt sind dem Deutschthum gleich zukunftsreiche i » Aussichten geboten, wie in Südbrasilien, wo fast 30 "/o der Bevölkerung ! i deutscher Abstammung sind, und deren Bedeutung im wirthschaftlichen Leben I dies numerische Verhältniß weit übertrifft.

, j. In Deutschland aber fehlt noch allzu sehr die Erkenntniß, welch' hohe

! t Bedeutung Südbrasilien für das Deutschthum der Zukunft hat, für jenes ^ > Deutschthum, welches wie das Angelsachsenthum über die staatlichen Grenzen des Mutterlandes hinauswächst und sich wie dieses in andern Welttheilen eine neue, größere Heimath schaffen wird.

Mag Kapital und Industrie auch in Asien und Afrika lohnende Anlage finden, dem Deutschthum als Volksthum bieten diese Erdtheile mit ihrer Uebervölkerung oder ungesundem Klima wenig oder nichts.

In Südamerika sind im Innern unermeßliche Länder, von der Natur aus das verschwenderischste ausgestattet und mit einem dem Europäer zu­träglichen Klima, welche, noch fast unbewohnt, unzählige Millionen fleißiger Bewohner aufnehmen können. Dem Volksthum, welches hier einst Fuß fassen und sich zur staatlichen Macht in friedlicher Kulturarbeit entwickeln wird, gehört die Zukunft dieses Welttheils.

Den Schlüssel zu jenen Ländern bilden die Südstaaten Brasiliens, und unter ihnen in erster Linie der Staat St. Catharina, durch welchen die kürzeste und bequemste Verbindungslinie vom Hafen SLo Francisco aus in das Innere führt. Hier liegen die großen blühenden, deutschen Kolonieen Joinville und Blumenau, deren Bewohner trotz der Liebe zur neuen Heimath deutsch in Sprache und Sitte geblieben sind, und im Anschluß an diese Kolonien hat die Hanseatische Kolonisationsgesellschaft m. b. H. von der Staatsregierung ein Gebiet zur Besiedlung erworben, welches von der Größe des Großherzog- thums Oldenburg sich weit hinein in das Innere des Staates erstreckt und durch Fruchtbarkeit, Milde des Klimas und durch seine zukunftsreiche, geographische Lage sich ganz besonders zur Aufnahme deutscher Aus- wanderung eignet.

Wenn diese jetzt auch stockt, sie wird und muß, vielleicht schon in kurzer Zeit, wiedereinsetzen, darüber ist man auch in Deutschland trotz des gegen­wärtigen wirthschaftlichen Aufschwunges nicht im Zweifel; dann aber wird es von der größten Wichtigkeit sein, daß sich die Ueberzeugung in allen deutschen