Druckschrift 
Erste Übungen in Nyakyusa / Carl Endemann
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4

Carl Endemann.

unter den Buchstaben (7, .% d, l, n), Avas aber in der Praxis liier nicht nötig ist, da es im Ny. keine anderen Dentale gibt. Wem diezerebrale Aussprache zu schwer fällt, der kann ruhig unsre alveolare Aussprache gebrauchen; er ivird dabei von jedem Eingeborenen verstanden. Man hüte sich aber, das / alsr auszusprechen, Avie es vielfach von unwissenden Europäern geschieht; es ist das ein grober Fehler; ein r gibt es im Ny. nicht.

Statt ny wird von anderer Seite n geschrieben; dies ist aber ein Fehler; denn n schlägt deutlich vor, y schlägt nach ; es ist also ein Doppellaut, nicht eine Verschmelzung von n + 1/ ('?). Allerdings macht sich der Einfluß des nachschlagenden?/ auf die Aussprache des n geltend; das geschieht aber nach dem Gesetze der Beeinflussung von miteinander verbundenen Lauten aufeinander. Mit der Schreibung ny AAird zudem ein Sonderzeichen, n, erspart. Von ny ist nj zu unterscheiden.

Durch Aufsaugung eines folgenden Vokales Averden die Nasale vokalisch und damit silbenbildend, iii, n, n. Diese sozusagen Halbvokale sind das Gegenstück zu den Halbkonsonanten.

II. Silben, Akzent, Töne.

§ 3. Sämtliche Silben sind im Ny. vokalisch auslautend.

In mehr- als einsilbigen Wörtern hat die vorletzte Silbe (paenultima) den Hauptakzent.

Vom Akzent zu unterscheiden sind die musikalischen Vokaltöne, hauptsächlich Hoch-, Mittel- und Tiefton. Den Hochton bezeichnet man durch einen kleinen senkrechten Strich oberhalb, den Tiefton durch einen solchen unterhalb des Buchstabens (ä, a). Der Mittelton braucht gewöhn­lich nicht besonders bezeichnet zu werden; avo es nötig AAird, geschieht es durch einen kleinen Avagerechten Strich rechts oberhalb {er). Mittel­hochton AAird mit + oberhalb, Mitteltiefton mit + unterhalb bezeichnet (ffl, <j0. Wo der Tonfall im Wort oder in der Konstruktion von vornherein feststeht, braucht er nicht bezeichnet zu werden; nötig AAird dies aber. avo durch Nichtunterscheidung ein Mißverständnis entstehen kann, z. B. bei sonst gleichlautenden, aber verschiedentonigen Wörtern oder Konstruktionen mit verschiedener Bedeutung.

In Fällen, avo paenultima durch Wortverlängerung zur antepaenultima Avird und diese Hochton erhält, darf man sich nicht verleiten lassen, diesen Hochton als Hauptakzent zu betrachten, Aveil die Stimme dann hier höher ist als auf paenultima; z. B. in unnuynna. iiiyalmnu, vmbpelo; den eigent­lichen Akzent hat paenultima auch hier, nur daß antepaenultima mit dem Hochton mehr ins Gehör fällt.

Die Erforschung der Tongesetze liegt bisher noch im argen, so daß dieselben hier noch nicht angegeben Averden können.