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Der Feldzug in Portugiesisch-Ostafrika.
herannahte. Schon vor der völligen Reife lebte ein großer Teil unserer Leute von dem jungen Mtama, den sie aus unterwegs passierten Mtamaseldern (s. Taf. 16) selbst ernteten.
Kapitel 23.
Auf dem Marsche bis August 1918.
April ISI8 mit Ende der Regenzeit begann eine erneute «^/englische Offensive, sowohl von der Küste wie von Westen her. Bereits im März 1918 gingen beim Kommando, welches mit dem Gros der Truppe, wie im vorletzten Kapitel erwähnt, bei Nanungu stand, Nachrichten ein, daß sich westlich von diesem Ort bei Maua stärkere englische Truppen versammelten und daß eine englische Abteilung in der Gegend von Koriwa stände. Der Kommandeur sandte eine aus zwei Kompagnien bestehende Abteilung vor, um festzustellen, wie stark der Feind an diesen Plätzen sei. Die Führung dieser Abteilung hatte Hauptmann Müller, welcher bisher den ganzen Krieg hindurch Adjutant des Kommandeurs gewesen war und nun im letzten Teil des Feldzuges als Führer der Vorhut Ausgezeichnetes leistete. Auf dem Marsche am 11. April stieß die Abteilung Müller in Stärke von 70 Gewehren, 3 Maschinengewehren, 1 automatischen Gewehr bei Koriwa aus eine aus 3 ^ Kompagnien mit Maschinengewehren, automatischen Gewehren und Minenwerfern versehene englische Abteilung. Sie griff trotz des Mißverhältnisses der Kräfte sofort an und warf den Feind nach vierstündigem Gefecht unter erheblichen Verlusten aus seiner Stellung heraus. Hauptmann Müller marschierte darauf nach Maua weiter, wo er starke feindliche Stellungen fand. Da der Versuch, den Gegner aus diesen herauszuwerfen, nicht glückte, marschierte die Abteilung zum Kommando zurück, das noch in der Gegend bei Nanungu geblieben war. Der Vorschlag des Hauptmanns Müller, den Feind auf seiner Nachschublinie Kanene-Maua zu schädigen, wurde vom Kommando genehmigt. Er marschierte darauf mit seiner Abteilung auf Kanene und griff am 30. April eine dort befindliche stark ausgebaute englische Stellung an. Diese wurde nach mehrstündigem Feuergefecht gestürmt; ziemlich viel Beute, insbesondere auch Verpflegung, fiel in unsere Hände.