Kapitel 21.
Bis zur Regenzeit I9I7/I8.
^ (^er Marsch, der uns nach Verlassen der letzten deutschen Station ^ ^^Newala in das portugiesische Gebiet hineinbrachte, ging zu-
° nächst noch auf deutschem Gebiet am Nordufer des Grenzflusses
s Nowuma entlang.
^ In der Niederung des Nowuma herrschte eine furchtbare Hitze. ^ Das mehrere hundert Meter bis kilometerbreite Flußbett war k größtenteils leer. Vereinzelt waren Teiche zurückgeblieben, in denen i es von kleinen Fischen wimmelte. Der Wasserlauf selbst war an den ! Stellen, wo wir ihn erblickten, wenige hundert Meter breit, stellenweise selbst ziemlich schmal. Der Fluß enthielt jetzt am Ende der Trockenzeit so wenig Wasser, daß er an vielen Stellen ohne Heran- j Ziehung von Booten durchwatet werden konnte. Das Land in der Um- i gebung des Nowuma war allenthalben unbewohntes Pori, meist Busch
steppe, während am Fluß selbst sich öfters Wälder mit hohen Bäumen i befanden. Auch Bestände von Borassuspalmen kamen vor. Lange ^ Strecken am Fluß waren mit dichtem Gestrüpp^bewachsen, das mit Schlingpflanzen durchsetzt war, während andere Strecken wiederum > mit einer hohen Schilfart mit scharf zugespitzten, die Menschen ver- ^ letzenden Blättern (Matete) oder Papyrus bewachsen waren. Im - Fluß gab es zahlreiche Flußpferde, von denen wiederholt einige
' geschossen wurden und einen erwünschten Zuwachs zur Nahrung
i gaben. Den Europäern war bei dem ständigen Fettmangel das Fett s der Flußpferds sehr willkommen, während das Fleisch von den , nicht muhammedanischen Eingeborenen gegessen wurde. Die Mu- i hammedaner essen es aus einem doppelten Grunde nicht. Einmal l gehört das Kiboko (Flußpferd) an sich zu den unreinen Tieren (weil k dem Schwein ähnlich), andererseits kann es nicht nach muhamme- ^ dänischem Ritus geschächtet werden. Das Schächten besteht darin, ^ daß unter Aussprechung vorgeschriebener Koranverse dem Schlachtvieh die Kehle durchschnitten wird. Über diese Zeremonie seht sich ^ der dem Islam angehörige ostafrikanische Neger unter Umständen hinweg, wenn er sonst nichts anderes zu essen hat. So habe ich oft ^ gesehen, daß Fleisch von Großwild, von Büffeln, selbst von Elefanten ' von islamitischen Askaris oder Boys verzehrt wurde, dagegen niemals