292 Dom Verlust der Fentralbahn bis zum Übertritt auf portugies. Gebiet.
Kapitel 2O.
Behandlung feindlicher Staatsangehöriger.
hinsichtlich der Behandlung von Zivilpersonen feindlicher Nationali- -^Vtät ging ich von der Ansicht aus, daß der Krieg nur zwischen den beiderseitigen Militär- und Marinestreitkräften geführt werde, sich dagegen nicht aus Zivilpersonen, ganz besonders aber nicht aus Missionare erstreckte. Dementsprechend gestattete ich bei Kriegsausbruch auf Antrag des englischen Konsuls King in Daressalam die Abreise aller dort befindlichen Engländer, welche diesen Wunsch hegten und die Ermietung einer Dhau zum Zwecke der Fahrt nach Sansibar. Der Konsul King und eine Anzahl Engländer fuhren noch am Vormittag des 6. August, an welchem der Funkspruch über die Kriegserklärung Englands einging, nach Sansibar ab. Den sonstigen Zivilengländern wurde zunächst das Verbleiben in ihren Wohnsitzen und die weitere Ausübung ihres Berufes gestattet. Eine Ausnahme wurde nur hinsichtlich einiger Engländer gemacht, bei welchen die Schutztruppe aus militärischen Gründen eine Internierung für notwendig erachtete. Das letztere geschah auch nach Beginn der Kämpfe zwischen deutschen und englischen Truppen an der Nordgrenze unserer Kolonie bezüglich einiger in den Nordbezirken nahe dieser Grenze tätigen englischen Missionare der Universitäten-Mission.
Soweit eine Internierung oder Anweisung eines Zwangsaufent- Haltes erfolgte, hatte ich die in Betracht kommenden Behörden, zivile sowohl wie militärische, angewiesen, für die feindlichen Staats- angehörigen in angemessener Weise zu sorgen und sie höflich zu behandeln. Die Internierung erfolgte zunächst in Kilimatinde, einem wenige Marschstunden südlich der Zentralbahn aus einem Hügel verhältnismäßig gesund gelegenen Platz, dessen Boma infolge Heranziehung der dort stationierten Schutztruppenkompagnie zur Front frei geworden war (s. Taf. 36).
Abgesehen von den vorerwähnten wenigen Personen konnten sämtliche englischen Missionare ruhig ihre Tätigkeit fortsetzen und zwar sowohl die im Inneren der Kolonie tätige kirchliche Missionsgesellschaft (Eüurcü Missionar^ Zocietz?) wie die Universitäten-Mission (Ilniversr ties Mission) aus ihren Stationen im Süden der Kolonie. Der Bezirksamtmann des Lindibezirkes, Negierungsrat Wendt, wurde wieder-