192 Vom Beginn der großen engl. Offensive bis zum Verlust der Zentralbahn.
Erst im Laufe der letzten Monate ist es der stetig vermehrten Überzahl der Feinde gelungen, Teile Deutsch-Ostafrikas nach tapferstem Widerstände der Schuhtruppe zu besetzen.
Ich hege das volle Vertrauen zu der kampferprobten Schutztruppe und ihrem bewährten Kommandeur, daß auch weiterhin jeder Zoll breit deutschen Bodens bis aufs Letzte verteidigt wird. Auch wenn es der feindlichen Übermacht gelingen sollte, noch weiter Boden zu gewinnen, so wird doch das todesmutige Ausharren der Schuhtruppe nicht vergeblich gewesen sein. Die Erhaltung von Teilen des Schutzgebietes, wie der Abbruch, der dem Feinde hier draußen geschieht, sind von großer Wichtigkeit für das Deutsche Reich. Darüber hinaus aber ist es ein Gebot der Ehre und der Pflicht gegen unseren Allerhöchsten Kriegsherrn und unser Vaterland, die Treue zu Kaiser und Reich bis zum Tode zu betätigen. Die Namen der in Verteidigung der Kolonie für das Vaterland Gefallenen werden unvergessen bleiben. Die im Schutzgebiet vollbrachten Taten der Selbstaufopferung und Hingabe werden zur Ehre des deutschen Namens weithin strahlen und ein Blatt unvergänglichen Ruhmes in der Geschichte nicht nur unserer Kolonie, sondern des deutschen Volkes bilden, üner- schüttert gilt es den Kampf für die Erhaltung der uns anvertrauten Kolonie bis aufs Äußerste weiterzuführen.
Das Kommando wolle vorstehendes der Schutztruppe bekannt geben.
Der Kaiserliche Gouverneur Schnee.
Kapitel 15.
Kriegerische Ereignisse im Ostteil August und September I9IS.
ALnsang August 1916 ging General Smuts wiederum mit starkeil -^-Kräften umfassend vor. Ein Teil seiner Truppen rückte von Norden und Nordwesten gegen die deutschen Stellungen bei Kanga vor. Gleichzeitig überschritt die 3. Division unter General Brits westlich umfassend auf steilen Eebirgspfaden unter Führung von Eingeborenen der englischen Mission einen Teil des Nguru-Gebirges und trat bei der (katholischen) Missionsstation Mhonda aus dem Gebirge heraus, so in den Rücken eines Teiles der deutschen Stellungen gelangend. Obwohl die Umgehung durch das Gebirge überraschend erfolgte und an dem letztgenannten Punkte nur eine schwache deutsche Postierung sich befand, gelang es doch dem Kommandeur, mit den von anderen Punkten schnell herbeigeführten Abteilungen das feindliche Vorgehen im Gefecht bei Matomondo am 9. und 10 . August zum Halten zu bringen. Aus unserer Seite waren 2 Deutsche ge-