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Deutsch-Ostafrika im Weltkriege : wie wir lebten und kämpften / von Heinrich Schnee
Entstehung
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Kapitel 12.

Kriegerische Ereignisse im Ostteil von März 1916 bis Ende Juli 1916.

(^ie im März 1916 mit weit überlegenen Kräften und einem gewal­ttätigen Aufgebot moderner Kriegswaffen, wie Artillerie verschie­denster Art, Panzerautomobilen, Flugzeugen, Minenwerfern usw. unternommene feindliche Offensive warf ihre Schatten bereits Ende 1916 und Anfang 1916 voraus. Durch südafrikanische Zei­tungen, welche zu jener Zeit noch in beschränktem Matze über Portu- giesisch-Ostafrika im Schutzgebiet eintrafen, wurde bekannt, datz die Anwerbung von weitzen Truppen zur Verwendung gegen Deutsch- Ostafrika in Südafrika erfolgte. Ferner gelangten Nachrichten über das Anlaufen portugiesischer ostafrikanischer Häfen durch englische Truppentransporte auf ihrem Wege nach Britisch-Ostasrika in unsere Kolonie. Der Bau einer Eisenbahn, von Voi an der Ugandabahn in Richtung auf Taveta über Bura und Makatau führend, war bereits im Lause des Jahres 1916 begonnen worden, ebenso die Anlage einer Wasserleitung durch die wasserlose Serengetisteppe. Anfang 1916 war die Bahn von Voi bis Makatau östlich von Taveta fertiggestellt.

Am 9. Januar 1916 erschienen die ersten englischen Landflugzeuge im Norden der Kolonie über Taveta vorher waren nur einige Marineflugzeuge im Kampfe gegen dieKönigsberg" im Nusiji-Delta verwandt worden. Am 22. und 23. Januar, in kleineren Gefechten bei Mbujuni, zwischen Taveta und Makatau gelegen, tauchten die ersten Panzerautos auf.

Am 12. Januar 1916 erfolgte der erste grotze Vorstoß. Der Brigadegeneral Malleson griff mit zwei Brigaden, der 2. südafrika­nischen, ganz aus Weißen bestehenden Infanteriebrigade und. der aus Weißen, Indern und Schwarzen zusammengesetzten 1. ostafrikani- schen Brigade unter Verwendung von leichter und schwerer Artillerie die bei El Oldorobbo (von den Engländern Salaita-Hügel genannt), östlich von Taveta unter Major Kraut (6 Kompagnien) und unter Hauptmann Schulz (3 Kompagnien) in befestigter Stellung be­findlichen deutschen Truppen an. Trotz der großen Überlegenheit der Angreifer wurde der Angriff unter schweren Verlusten zurück-