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Deutsch-Ostafrika im Weltkriege : wie wir lebten und kämpften / von Heinrich Schnee
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168 Vom Kriegsanfang bis zum Beginn der großen englischen Offensive.

gleichfalls der Whiskyfabrikation zu. Für den Hausbedarf wurde in vielen Haushaltungen aus Honig ein leichtes, etwas süßlich schmeckendes Bier hergestellt.

Kapitel U.

Verkehr, Handel und Pflanzungen.

Verkehr über See war seit Kriegsbeginn durch die englische «^^Blockade vollständig abgeschnitten. Es gelang nur zweimal im Laufe des Krieges deutschen Hilfsschiffen, die Blockade zu durch­brechen. Im April 1916 lief der DampferRubens" die Mansabucht im Norden der Kolonie an (s. Kap. 6), jedoch waren leider alle Schriftstücke und Zeitungen, die das Schiff aus der Heimat mit­brachte, infolge Beschießung durch einen englischen Kreuzer ver­brannt. Das zweite Hilfsschiff, die im März 1916 in der Sudibucht im Süden des Schutzgebietes einlaufendeMarie" (s. Kap. 12), brachte dagegen eine große Menge von Zeitungen, bis Ende 1915 reichend und auch etwas Post mit.

Im übrigen bestand die einzige Postverbindung mit der Heimat für uns in dem Wege über Portugiesisch-Ostafrika, welches im Süden an unser Schutzgebiet angrenzte. Diese Verbindung war sehr mangel­haft und hörte im März 1916 mit dem Eintritt Portugals in den Krieg vollständig auf. Schon vorher hatten die Engländer durch ver­schiedene Eingriffe in den Postverkehr starke Erschwerungen herbei­geführt, so daß immer nur ein Teil der Briefe und Zeitungen zu uns gelangte. Wir erhielten so nur bruchstückweise Nachrichten aus der Heimat. Gegen Ende 1916 übten die Engländer durch die Drohung, die portugiesische Post nach Moxambique überhaupt nicht mehr durchzutasten, einen derartigen Druck auf die Portugiesen aus, daß diese nunmehr unsere Post zurückhielten. Die Engländer nahmen unsere Post selbst aus den portugiesischen Dampfern heraus, obwohl Portugal damals noch neutral war. Proteste von meiner Seite blieben ergebnislos. Ich ordnete daraus als Vergeltungsmaßregel gegen die Engländer an, daß den englischen Kriegsgefangenen weiter­hin ihre Post nicht mehr auszuhändigen sei, solange die völkerrechts­widrige Behinderung unserer Post auf dem Wege durch das damals noch neutrale portugiesische Gebiet andauere. Der Eintritt Portugals