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Bis zum Kriegsbeginn.
dien, Schwarze aus allen Teilen Afrikas und sonstige Farbige aus entfernteren englischen Kolonien. An Kriegsmaterial wurden die modernsten Errungenschaften des europäischen Krieges an Fliegern, Panzerautos, Geschützen, Minenwerfern und so weiter herangebracht, während unsere kleine Truppe immer auf das anfangs Vorhandene, größtenteils veraltete Waffen, angewiesen war; sie erhielt im Verlause des Krieges nur zweimal durch Hilssdampser eine Ergänzung an Waffen und Munition und ein weiteres Mal eine Verstärkung durch die Geschütze der „Königsberg" nach deren Vernichtung.
Trotz dieser Verhältnisse, wie sie zu Anfang des Krieges sich darstellten, schien unsere Lage im Falle einer nicht zu langen Dauer des Krieges nicht aussichtslos. Die Größe und die Natur unserer Kolonie machten den Versuch einer Eroberung gegenüber einem entschlossenen Widerstand zu einer schwierigen Aufgabe. Bei Auswendung nicht sehr überlegener feindlicher Streitkräfte durften wir damit rechnen, das Innere oder wenigstens einen großen Teil desselben halten zu können. Der Verwendung großer Truppenmassen, besonders an Weißen, legte aber das ungesunde heiße Tropenklima unserer Tiefengebiete, die Unwegsamkeit der Gebirge, der Wassermangel der Steppen, die Überschwemmungen der Regenzeit, das Fehlen von Verkehrsmitteln, die Unmöglichkeit, in den weitausgedehnten Tsetsegebieten Reit- oder Zugtiere aus längere Zeit zu verwenden und andere in der Natur des Landes begründete Umstände gewaltige Hindernisse in den Weg. Vor einem Eingehen auf die Kriegsereignisse will ich versuchen, im nächsten Kapitel den Charakter des Landes, wie er für die Kriegführung von Bedeutung war, kurz zu skizzieren.
Kapitel 4.
Der Charakter des Landes.
t^eutsch-Ostasrika war bei einer Ausdehnung von 997000 <ikm ^/fast doppelt so groß wie das Deutsche Reich. Die deutsch- ostafrikanische Küste hatte eine Länge von 789 1cm und wies zahlreiche Häfen und Buchten auf. Die Entfernung von Daressalam bis