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Deutsch-Ostafrika im Weltkriege : wie wir lebten und kämpften / von Heinrich Schnee
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Der Eingang der Kriegsnachricht.

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Zeitraum eine bessere oder auch nur die gleiche Entwicklung ge­nommen, wie Deutsch-Ostafrika? Wo ist insbesondere für die Ein­geborenen in ebenso weitgehender Weise gesorgt, wie bei uns?

Die Früchte unserer humanen und fürsorglichen Eingeborenen­politik sollten wir im Krieg ernten in der Treue und Anhänglichkeit unserer Eingeborenen, welche in einer in der Geschichte aller Kolonial- völker beispiellosen Weise zu uns gehalten haben.

Kapitel 2.

Der Eingang der Kriegsnachricht.

^^er hohe Stand der wirtschaftlichen Entwicklung Deutsch-Ost- ^^afrikas sollte gerade im Monat des Kriegsausbruchs in einer großen Landesausstellung in Daressalam der Welt vor Augen geführt werden. Die Eröffnung war für den 15. August 1914 in Aussicht genommen, seit vielen Monaten schon waren große Vor­bereitungen dafür getroffen.

Die Ausstellung sollte ein Bild der bisherigen Leistungen und auch der Leistungsfähigkeit des Schutzgebietes geben. Es waren Vorbereitungen getroffen, um alle Produkte des Landes der euro­päischen wie der Eingeborenen-Wirtschaft in geeigneter Weise den Ausstellungsbesuchern vor Augen zu führen. Ferner sollten aus der Heimat Einfuhrartikel ausgestellt werden. Daneben war eine Vorführung der im Schutzgebiet wohnenden, hauptsächlichen Ein­geborenenstämme und ihrer Wohnweise und Wirtschaftsweise beab­sichtigt. Bereits waren runde und viereckige Hütten, Temben und Kraale der verschiedenen Ackerbau- und Nomadenstämme von Ein­geborenen der betreffenden Stämme selbst errichtet. Schon waren Eingeborene mit ihren Familien, ihrem Vieh, ihren Geräten und Werkzeugen aus den entferntesten Gegenden der Kolonie in Dar­essalam eingetroffen oder auf dem Wege dorthin, als die Donner- schläge der Mobilmachung und des Kriegsanfangs den jähen Abschluß aller dieser friedlichen Beschäftigungen herbeiführten.

Es war mit einem regen Besuch nicht nur aus dem Schutzgebiet selbst, sondern auch aus den Nachbarkolonien zu rechnen. Sowohl die Belgier aus der Kongokolonie, als auch die Engländer aus