Teil eines Werkes 
Bd. 2, [H. 4-6] (1907) Der Hottentottenkrieg
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Der Hottentottenkrieg.

Mann, darunter Samuel Morenga, bei der Verfolgung niedergemacht wurden. Zwei schwerverwundete Hottentotten wurden in Van Rooisvley in Pflege gegeben. Morenga selbst war durch zwei Schüsse am Kopf und Hals verwundet worden und ohne Gewehr mit sechs Mann in südlicher Richtung entkommen. Völlig wehr- und hilflos, krank und aller Mittel ledig, stellte er sich am 7. Mai mit zehn unbewaffneten Hottentotten und zwei Hereros der englischen Kappolizei, die ihn nach Prieska, 300 kw jenseits der Grenze, brachte. Sämtliche Waffen der Morengabande, im ganzen 30 Gewehre mit 300 Patronen, sowie alles Lagergerät fielen in die Hände des Siegers. Nachdem die Toten in ein Massengrab zusammengetragen waren, rückte die Abteilung ohne Aufenthalt auf deutsches Gebiet zurück.

Das Ausscheiden des Morenga aus der Zahl der Gegner der Deutschen be­deutete einen wichtigen Erfolg der deutschen Waffen. Wenn auch dieses Ereignis infolge des immer mehr abnehmenden Ansehens Morengas unter den Bondels nicht annähernd die Wirkung ausüben konnte, wie seinerzeit der Tod des alten Hendrik Witboi, so überragte dieser Hererobastard doch alle Hottentottenführer bei weitem an persönlicher Bedeutung, Entschlossenheit, Tatkraft und Mut. Er konnte als der geistige Urheber der meisten mit so großem Geschick durchgeführten Anschläge der Hottentotten angesehen werden, und seine Gefangennahme bedeutete einen nicht zu ersetzenden Verlust für die Sache der Hottentotten. Dieses bedeutsame Ergebnis war vor allem der energischen Verfolgung des Hauptmanns Bech zu danken, dessen rücksichtslose Tatkraft hohe Anerkennung verdient. Daß das Gefecht selbst mit einem so durchschlagenden Erfolg endete, war den umsichtigen und geschickten Anordnungen des Führers zuzuschreiben, der hierbei in vorbildlicher Weise von der entschlossenen Selbsttätigkeit seiner Unterführer und der todesmutigen Hingabe jedes einzelnen Reiters unterstützt worden war.

Die Unterwerfung der Bondehwarts.

Operationen Nach Morengas Vertreibung herrschte im östlichen und südöstlichen Teile des gegen Jo- Südbezirks im allgemeinen Ruhe, dagegen machten die bei Gawachab*) abgewiesenen Christians, II Hottentotten unter Johannes Christian und Fielding die Fischflußgegend unsicher; Fischfluß- auf ihrem Marsch Fischfluß abwärts hatten sie sich in der Gegend von Rosinbusch gebiet. Ntit Morris vereinigt. Zu einem Schlage gegen die Hottentotten setzte das

Kommando mehrere Abteilungen unter dem Major v. Freyhold, Rittmeister Ermekeil und Hauptmanu Wilck von Süden, Norden und Osten auf Rosinbusch an, aber auch diesmal entzog sich Johannes einem Entscheidungskampf. Er brach nach Osten durch und wurde am 16. Mai von dem Leutnant Engler am Kameldorn­fluß festgestellt. Fest entschlossen, mit dem flüchtigen Gegner die Fühlung nicht

*) Seite 278.