11. Hartebeestmund.
231
nahm Hauptmann v. Bentivegni Mitte März von Keetmannshoop aus mit der 6. Kompagnie 2. Feld-Regiments eine größere Streife durch die Kleinen Karrasbcrge, um den wiederholten Vichdiebstählen in der Keetmannshooper Gegend endlich ein Ende zu bereiten. Er fand am Südrande des Gebirgsstocks am 12. März eine große frisch verlassene Werft vor. Bei der Verfolgung der Spur des Fciudes stieß er am 13. März bei Abuabis östlich der Kleinen Karrasbcrge auf Hottentotten, die nach kurzem Feuergefecht unter Zurücklassung von Reittieren, Vieh und Hausgerät nach den Großen Karrasbergen entflohen. Dank der energischen Verfolgung wurde der Feind am 14. abends in den Großen Karrasbergen bei Anichib nochmals gestellt, wobei er drei Tote verlor. 35 gesattelte Pferde und Maultiere, 97 Stück Groß- und 280 Stück Kleinvieh fielen dem Sieger in die Hände. Fielding selbst jedoch hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht.
ss. Hartebeestmund.
Mit Morenga hatte das Kommando Ende Juni 1905, wie bereits erwähnt,*) H-mptinann zum zweiten Male Verhandlungen angeknüpft. Hauptmann v. Koppy, der zu diesem"- Koppy vcr- Zweck aus dem Fischflußgebiet zurückberufen worden war,**) hatte diese einzuleiten versucht, obwohl der Argwohn der Hottentotten gerade um diese Zeit wegen der Juni/Juli Kämpfe bei Narus und wegen der nicht mit einem Schlage einzustellenden Truppen- 1905. bewegungen besonders rege war.
Er hatte sich mit dem aus dem Hauptquartier zu ihm entsandten Hauptmann Thewalt und dem Pater Malinvwski nach dem von Morenga vorgeschlagenen Zusammenkunftsorte, Kofis (West)***) begeben und dort ohne Waffen in gefahrvollster Lage die Nacht zum 1. Juli zugebracht, ohne daß Morenga eingetroffen wäre.
Wie sich später herausstellte, war dieser vor der Kompagnie Ritter ausgewichen, die, ohne eine Ahnung von den schwebenden Unterhandlungen zu haben, im Vormarsch verblieben und zufällig an das Lager Morengas herangekommen war. Als ihr Führer erfuhr, daß Verhandlungen im Gange seien, stellte er sofort alle weiteren Bewegungen ein. Er hatte damit zwar dem Hauptmann v. Koppy und seinen Begleitern das Leben gerettet, aber Morenga war verschwunden. Hauptmann v. Koppy ordnete nunmehr auf eigene Verantwortung die sofortige Wiederaufnahme der Operationen an, aber ehe es zu einem neuen Zusammenstoß kam, war Hauptmanu Salzer vom General- stabe des Kommandos seinerseits auf Befehl des Generals v. Trotha in Verhandlungen mit Morenga eingetreten, mit dem er am 13. Juli unweit dessen Lager eine Zusammenkunft hatte. Hierbei zeigte Morenga, der nach dem Bericht des Hauptmanns Salzer das Nutzlose eines weiteren Widerstandes einsah, zwar Neigung zum Frieden, der Bedingung der Wasfenabgabe wollte er sich jedoch nicht ohne weiteres unterwerfen; er müsse hierüber
*) 5. Heft, Seite 151. **) 5. Heft, Seite 118. ***) Skizze 9.