9. Das Ende Hendrik Witbois und seines Stammes. igZ
Goachas anf den Feind und veranlaßte ihn zum Zurückgehen auf Geinunghos am Rutile. Von dort zog Andreas plötzlich über Hornkranz nach Südosten, anscheinend, um zu Hendrik Witboi durchzubrechen, und näherte sich der Etappenlinie Rehoboth— Gibeon, ehe die verfolgenden Truppen ihn einholen konnten. Durch die Aufmerksamkeit und Umsicht aller gerade an dieser Etappenstrecke befindlichen Truppen und Kolonnen gelang es indes, ihm von Rehoboth, Tsumis und Knb aus drei schnell gesammelte Abteilungen entgegenzuwerfen, die ihn unter Hauptmann Wunsch am 9. Juni bei Atis entscheidend schlugen. Mit einem Verlust von zahlreichen Toten, Vieh und Hausgerät floh er in gänzlicher Auflösung nach Westen.
Mitte Juni versuchte er, sich noch einmal im Kam-Tale, südöstlich von Nauchas, zu setzen, floh aber beim Herannahen der deutschen Verfolgungsabteilungcn eiligst in westlicher Richtung weiter. Seine Bande war dann auseinandergelaufen. Eine kleine Anzahl Andreas-Leute stellte sich Mitte Juli in der Walfischbai den englischen Behörden. Der größere Teil, darunter Andreas selbst, hatte sich nach Südwesten dem Zarisgebirge zugewandt, wo er sich später mit den Witbois vereinigte.
fl. Das Ende Hendrik lvitbsis und seines Stammes.
Der Durchbruch Hendriks durch die deutsche Absperrungslinie und sein plötzliches Erscheinen in der Gegend westlich Gibeon veränderte mit einem Schlage die gesamte Lage auf dem nördlichen Kriegsschauplatz. Endlich war der Schleier über den Verbleib dieses Feindes gelüftet und es galt, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, diesen gefährlichen Gegner unschädlich zu machen. Niemandem kam dieser Wechsel des Kriegsschauplatzes gelegener als dem General v. Trotha. Während Hendrik in den Schlupfwinkeln der Kalahari für die deutschen Waffen kaum erreichbar war, und die Schwierigkeiten, welche die Heranführung des Nachschubs für die Truppen bis in die Wüstenzone mit sich brachte, fast unüberwindlich waren, bestand jetzt die Möglichkeit, den Feind in einem für die deutsche Zufuhr leichter zu erreichenden Gelände zu stellen und zu einer Wasfenentscheidung zu zwingen.
Unverzüglich ging der Oberkommandierende mit der gründlichen Sorgfalt und der rücksichtslosen Tatkraft, die allen seinen kriegerischen Unternehmungen eigen war, an die Vorbereitung und Durchführung des schon so lange geplanten Schlages, durch den dem Hauptanstifter des Hottentotten-Aufstandes, dem „allmächtigen Hendrik", der Todesstoß versetzt werden sollte. Die zur Zeit mit Morenga schwebenden Unter- handlungen*) gestatteten, erhebliche Kräfte vom Süden heranzuziehen und sich für die Unternehmung gegen Hendrik so stark wie nur irgend möglich zu machen. Morenga und Hendrik Witboi gleichzeitig anzugreifen, war im Hinblick auf die beiderseitigen Stärkeverhältnisse sowie mit Rücksicht auf die mangelhafte Leistungsfähigkeit der
Die
veränderte
Lage.
General v. Trotha ordnet die Umstellung Hendriks im Bethanicr- lande an.
*) Seite 151.