8. Die Ereignisse am Auob vom Februar bis Juli 1905.
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leicht zu behaupten waren. In dieser äußerst starken Stellung Morenga mit Erfolg anzugreifen, genügte die Zahl der verfügbaren Truppen umsomeniger, als selbst die mit großer Energie während drei Monaten unter unsagbaren Entbehrungen und Anstrengungen durchgeführte Verfolgung, bei der die Truppen oft ihr Letztes hatten hergeben müssen, seine Widerstandskraft nicht zu brechen vermocht hatte. Der Erfolg von Narudas war offenbar überschätzt worden; so leichten Kaufes, wie damals vielfach geglaubt wurde, sollte man dieses Gegners nicht Herr werden; ihn völlig niederzuwerfen, bedurfte es neuer Verstärkungen.
Es kam dem General v. Trotha deshalb äußerst gelegen, als Morenga, an- Neue Ver- schcinend veranlaßt durch Mangel an Zufuhr, Mitte Juli plötzlich erneut mit den Handlungen Deutschen Verhandlungen anknüpfen wollte. Obwohl der Oberkommandierende allen Grund hatte, diesem Gegner zu mißtrauen, glaubte er, in diesem Augenblick um- somehr darauf eingehen zu sollen, als im nördlichen Namalande Ereignisse eingetreten waren, die einen weiteren Aufschub der gegen die Witbois schon lange geplanten Unternehmung verboten; zu dieser bedurfte man jedoch dringend eines Teiles der jetzt ^ im Südbezirke gefesselten Truppen. Durch Hinziehen der Unterhandlungen mit Morenga wurde tatsächlich erreicht, daß auf diesem Kriegsschauplatz bis zum September völlige Waffenruhe herrschte, so daß außer schwachen im Südbezirke verbleibenden Kräften alle Truppen zu dem großen Schlage gegen die Witbois eingesetzt werden konnten.
8. Die Ereignisse a„r Auob voin Februar bis Juli M 5 .*)
Die Witbois waren nach den unglücklichen Kämpfen am Auob*) in die Kalahari Die Witbois geflüchtet, wo sie bei dem Wassermangel dieser Wüste ein entbchrungsvolles Leben in der führten. Am 5. Februar war es einer deutschen Abteilung noch einmal gelungen, Kaiahan. sie bei Nunub völlig zu überraschen und zu zersprengen. Durch ihren fluchtartigen Rückzug nach Nanibkobis, östlich Gochas, hatten sie sich damals den verfolgenden Deutschen so schnell zu entziehen verstanden, daß diese jede Fühlung mir dem Gegner verloren und lange Zeit über dessen Verbleib im ungewissen waren, zumal die zahllosen Dünen und die Wasserlosigkeit der Kalahari die Aufklärung aufs äußerste erschwerten. Die Nachricht, daß Hendrik nach Süden zu Morenga durchbrechen wolle, bestätigte sich nicht. Nur einige versprengte Feldschuhträger zeigten sich Anfang März in der Gegend zwischen Hasuur und Koes. Eine Bande von etwa 40 Köpfen griff am 5. März westlich von Kiriis-Ost eine Abteilung der 3. Ersatz-Kompagnie unter Leutnant v. Rheinbaben an, wurde aber mit Verlust von zwei Toten und 150 Stück Vieh abgewiesen. Eine zweite Hottentottenbande wurde am 21. März von dem Sergeanten Wachsmuth unter Verlust von fünf Toten zersprengt.
*) Skizze 3.