Teil eines Werkes 
Bd. 2, [H. 4-6] (1907) Der Hottentottenkrieg
Entstehung
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k. Der Lottentottenkrieg.

6. Die Kämpfe gegen Cornelius bis September 1905.*)

achdem durch die im Frühjahr 1905 unternommenen Vorstöße des Oberst­leutnants v.Mühlenfels in das Sandfeld die endgültige Niederwerfung der Hereros festgestellt war**), hielt General v. Trotha seine Anwesenheit in Windhuk nicht mehr für erforderlich; er begab sich deshalb in Begleitung seines Stabes, an dessen Spitze an Stelle des erkrankten Majors Quade im Februar 1905 Major v. Redern ge­treten war, nach dem Süden, um die Leitung der Operationen selbst zu übernehmen. Bis zu semem Eintreffen in Keetmannshoop befand sich dort Major Gräser vom Generalstabe als Nachrichtenoffizier des Kommandos. Das Hauptquartier wurde zunächst nach Gibeon verlegt, wo es vom 21. April bis zum 28. Mai verblieb. Zur Sicherstellung der erforderlichen Truppennachschübe war mit den heimischen Behörden vereinbart, daß außer der erforderlichen Verstärkung der Trains und der Etappen- formationen jeden zweiten Monat ein Ergänzungstransport von rund 200 Köpfen abgesandt werden sollte. Von Gibeon aus erließ General v. Trotha eine Proklamation***) an die Hottentotten, in der ihnen die Bedingungen für ihre Unterwerfung eröffnet und auf die Köpfe der Hauptführer Preise ausgesetzt wurden. Infolge einer miß­verständlichen Auffassung dieser Proklamation wurde damals der bisher in Warmbad gefangen gehaltene Bondelzwartkapitän Johannes Christian gegen den Willen des Generals v. Trotha mit seinen Leuten freigelassen.

Hinsichtlich der Fortführung der Operationen hielt General v. Trotha trotz des gegen seinen Willen unternommenen Angriffs f) gegen Morcnga an seiner ursprüng­lichen Absicht fest, sobald es die Verhältnisse irgend gestatteten, gegen die Witbois eine neue, große Unternehmung in die Wege zu leiten; da er aber zu deren erfolg­reicher Durchführung eines Teiles der jetzt gegen Morenga im Felde stehenden

General v. Trotha be­gibt sich nach dem Süden. April 1905.

Absichten des Generals v. Trotha für die Fort­führung der Operationen.

*) Skizze 3 und 4. **) Drittes Heft, Seite 215.

1) Viertes Heft, Seite 66.

***) Mlage 1.

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