Teil eines Werkes 
Bd. 2, [H. 4-6] (1907) Der Hottentottenkrieg
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

5. Die Unternehmung des Obersten Deimling gegen die Großen Karrasberge im März 1905. 65

Auftritts mit Samuel Jsaak trennte sich Stürmann von Hendrik und zog mit der Familie seines Schwiegervaters, Moses Meier, zum Fischfluß. Wenn auch seit dieser Zeit das Vertrauen der Mehrzahl der Orlogleute zu demPropheten" und der Glaube an seine Sendung erschüttert war, so blieb der alte Hendrik zunächst doch noch völlig unter dem unseligen Einfluß dieses Schwindlers. Es gelang dem Kapitän, die durch die unglücklichen Kämpfe im Auob-Tale bereits mutlos gewordenen Witbois zu weiterem Widerstände anzufachen.

Der Kampf sollte aufs neue entbrennen.

8. Die Unternehmung des Obersten Deimling gegen die Grosten Karrasberge inr Mars lflOo.

Bereits unmittelbar nach den Kämpfen am Auob Anfang Januar hatte Oberst Oberst Dcim- Deimling den Plan einer Unternehmung gegen die in den Großen Karrasbergen, dem M^enga^an' altcn Zufluchtsorte der Bondels, sitzenden Banden des Morenga erwogen. zugreifen.

Dieser war im Dezember 1904 verhältnismäßig untätig gewesen, wie sich später Januar 1905. aus den Gefangcnenaussazen ergab, hauptsächlich wegen Mangels an Munition. Ihre Ergänzung jenseits der Grenze scheint ihm damals besondere Schwierigkeiten bereitet zu haben. Seine hierdurch beschränkte Kampffähigkeit veranlaßte ihn, sich mit seinen Werften der Narudasschlucht am Ostrande der großen Karrasberge zuzuwenden und dort das Weitere abzuwarten.

Oberst Deimling beschloß, gegen diesen Feind von Süden mit der Abteilung Koppy, von Westen mit den in Keetmannshoop befindlichen Truppen unter Major v. Kamptz, und von Osten mit der vom Auob heranzuziehenden Abteilung Lengerke vorzugehen. Um die näheren Anordnungen für diese Operation zu treffen, hatte er sich in der zweiten Hälfte des Januar mit seinem Stäbe nach Keetmannshoop begeben, wo er am 23. Januar eintraf. Hier fand er an Truppen vor: das IV. Bataillon 2. Feldregiments, die chs 3. Ersatzkompagnie, einen Zug der 4. Ersatzkompagnie, die Ersatzkompagnien 3a und 4a..*)

Die erste Sorge des Obersten Deimling war die Sicherstellung der Verpflegung Vorbereitende für die beabsichtigte Unternehmung. Da diese wesentlich auf der ungestörten Zufuhr Maßnahmen, über RamansdriftWarmbad beruhte und die Umgebung dieser Orte damals von den Brüdern Morris und ihren Banden beunruhigt wurde, entsandte er die 12. Kompagnie (v. Erckert) mit zwei Gebirgsgeschützen, die Vs 3. Ersatzkompagnie**) unter Leutnant Chales de Beaulieu sowie den Zug der 4. Ersatzkompagnie**) unter Leutnant Schaumburg

*) Aus Ergänzungstransportcn gebildet.

**) Gingen in der 9. Kompagnie 2. Feldregiments auf.