Teil eines Werkes 
Bd. 2, [H. 4-6] (1907) Der Hottentottenkrieg
Entstehung
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Der Hottenwttenkrieg.

Oberst Deim- ling entschließt sich zum er­neuten Angriff aus Hendrik Witboi.

Notwendigkeit und Schwierig: keit konzen­trischer Unter nchmungen

Die Aämpfe ain 2lusb und die Ereignisse iin )anuar und Lebruar ssiOo.*)

Oberst Deünling mußte sich entscheiden, vb er seine ferneren Operationen gegen Hendrik Witboi oder Morenga richten wollte.

Nach den aus dem Auobgebiet eingehenden Nachrichten hatte Hendrik Witboi sich dort mit Simon Kopper vereinigt und mußte auch nach der Niederlage bei Naris immer noch auf etwa 600 Gewehre geschätzt werden, eine Schätzung, die, wie sich später herausstellte, um die Hälfte zu niedrig war. Samuack Jsaak gibt die Stärke der Witbois auf 800 bis 900, die der Simon Kopper-Leute auf 400 Gewehre an. Außerdem erhielten die Hottentotten in diesen Tagen Zuzug von einzelnen von Koes geflüchteten Feldschuhträgern. Ein am 18. Dezember bei Stamprietfontein aus­geführter Überfall auf eine Aufklärungsabteilung unter Leutnant v. Vollard-Bockelberg ließ erkennen, daß die Angriffslust der Witbois wieder zunahm. Morenga dagegen hatte bei Warmbad nur etwa 300 Mann gezeigt und sich seither verhältnismäßig ruhig verhalten. Hendrik Witboi mußte also nach wie vor als der gefährlichste Feind an­gesehen werden: mit ihm beschloß Oberst Deünling deshalb auch in ersterLinie abzurechnen.

Zu diesem Zweck ordnete er am 23. Dezember an, daß die Abteilung Meister: 4., 5., ^ 7. Kompagnie 2. Feldregiments, 5. Feldbatterie, im ganzen einschließlich Offiziere nur 223 Mann, von Kalkfontein (südlich Hoachanas) aus Auob abwärts,

die Abteilung Ritter: 2. Kompagnie 1. Feldrcgiments, Halbbatterie Stuhlmann ('/s 1.), etwa 110 Mann, von Gibeon über Goamus-Aukam, und die Abteilung Lengcrke: 8. Kompagnie 2. Feldregiments, Vs 3. Ersatz­kompagnie, 8. Batterie, VZ 9. (Gebirgsbatterie), etwa 300 Mann, über Koes Persip, die Witbois konzentrisch angreifen sollten. Als Bercinigungspunkt wurde für alle Kolonnen Gochas bestimmt, das am 4. Januar 1905 erreicht werden sollte. Oberst Deimking selbst beabsichtigte sich der Abteilung Ritter anzuschließen.

Es galt also wiederum, eine jener für die deutsche Kriegführung in Südwestafrika 'bezeichnend gewordenen konzentrischen Operationen durchzuführen. Hierbei handelte ,, es sich nicht darum, den Gegner einzuschließen und zur Waffenstreckung zu zwingen. Bei der Weite des Kriegsschauplatzes und der zahlenmäßigen Schwäche der deutschen Truppen mußte- es dem Gegner stets gelingen, an irgend einer Stelle durch­zuschlüpfen, wie dies auch am Waterbcrg der Fall gewesen war. Wenn trotzdem immer wieder zu dem Mittel konzentrischer Operationen gegriffen wurde, so geschah es nur zu dem Zweck, einen Gegner, der jeder Entscheidung auswich und dessen Stärke in seiner Beweglichkeit, seiner Kenntnis des Landes, seiner Bedürfnislosigkeit und der

*> Skizze 2.