3. Die Vertreibung Hendrik Witbois. Die Kämpfe bis zum Ende des Jahres 1904. 19
Otsimanangombe, geklärt war, wollte er selbst die Leitung im Süden übernehmen.
Er traf schon am 24. Oktober in Windhuk ein.
Aus der Heimat wurden als Verstärkung am 17. Oktober die schon früher an- Maßnahmen geforderte neue Gebirgsbatteric*) und am 26. Oktober die ebenfalls bereits in der der Heimat. Aufstellnng begriffene 4. Ersatzkompagnie und 2. Ersatzbatteric entsandt. Die weiteren Verstärkungen wurden auf Antrag des Generals v. Trotha, der bei der Verwendung stärkerer Massen im Namalande unüberwindliche Verpflegungsschwicrigkeiten befürchtete, auf ein Bataillon zu drei berittenen Kompagnien — das IV. des 2. Feldrcgiments —, eine weitere Feldtelegraphen-Abteilung und drei Funkenstationcn beschränkt und außerdem der Nachschub zahlreicher Ergänzungsmaunschaftcn, die Vermehrung der Etappcn- einrichtungen, Lazarettanstalten und Trains sowie die Aufstellung von Etappen- kompagnien angeordnet. Diese neuen Verstärkungen, insgesamt 198 Offiziere, Ärzte und Beamte, 4094 Mann und 2814 Pferde, gingen in sechs Staffeln in der Zeit vom 12. November 1904 bis 18. Januar 1905 von Hamburg nach dem Schutzgebiete ab. Ehe sie indessen Südwestafrika erreichen konnten, hatten bereits ernstere Zusammenstöße mit dem Gegner stattgefunden.
3. Die Vertreibung Hendrik rvitbsis. Die Aäinxfe bis ;uin Ende des
Jahres fstOI.
Da General v. Trotha seine Aufmerksamkeit beiden Kriegsschauplätzen zuzuwenden hatte, blieb das Hauptquartier vorläufig in Windhuk, von wo die Verbindung mit den weitgetrennten Abteilungen und der Verkehr mit den heimischen Behörden am sichersten aufrecht erhalten werden konnte.
Der als Truppenführer für den Süden bestimmte Oberst Deimling war, seinen Oberst Dcim- Truppen vorauseilend, am 3l. Oktober unter' Bedeckung eines Zuges der 2. Feld- ^"8 über- kompagnie in Rehoboth eingetroffen, woselbst er durch den dort weilenden Gouverneur über die Lage unterrichtet wurde. Dieser kehrte demnächst nach Windhuk zurück und im Süden, trat wenige Wochen später mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand die Heimreise nach Deutschland an; mit seiner Vertretung wurde General v. Trotha beauftragt.
Inzwischen war die 2. Kompagnie 1. Feld-Regiments — die alte Kompagnie Franke**) — unter Oberleutnant Ritter und die halbe 2. (Gcbirgs-) Batterie bereits in Rehoboth angelangt und am 5. November nach Kub zur Verstärkung der dort stehenden 40 Mann der 2. Ersatzkompagnie weitermarschicrt. Auch die 7. Kompagnie 2. Feld- Regiments unter Oberleutnant Grüner hatte ihr Marschziel, Hoachanas, erreicht.
Dagegen verzögerte sich das Eintreffen der übrigen Truppen so, daß die 4. Kompagnie erst am 16., die 5. Batterie erst am 17. November in Rehoboth anlangten. Die
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**) Hauptmann Franke hatte krankheitshalber Heimatsurlaub nehmen müssen.