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Wie England die Deutschen Kolonien bewertet / von Kurt Rein
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Lymphangitis ist weder in der epizootischen noch in der ulzerösen Form bekannt geworden. Strangulierungen kamen in dem Regierungs­gestüt von Nancha vor. Trotz des trockenen Klimas gab es viele Fälle von katarrhalischen Fiebern, d. h. Blauzunge bei den Schafen, sie war der Merinozucht besonders hinderlich und die Schaffäule den Wollschafen. Strongylus ist weit verbreitet, dagegen konnten Schafpocken nicht genau identifiziert werden. Schweinepest und Schweinefieber wurde vom Kap eingeschleppt. Bei Zeiten wurden strenge Gegenmaßregeln mit Erfolg durchgeführt. Beim Kleinvieh gibt es Pneumonie und Magenwürmer. Spirochätosis ist allgemein verbreitet, aber ungefährlich. Die Zeäenkrankheit, durch persi- cu8 übertragen, tritt überall auf. Viele Vergiftungen von Schafen und Ziegen erfolgten durch das Fressen der Pflanze UrZineu sLNAUlnen, besonders im Norden und Nordosten. Giftschlangen- bissen fielen nur vereinzelte Tiere zum Opfer.

Pflanzliche Produktion

In den mittleren und südlichen Distrikten der Kolonie Deutsch- Südwestafrikas ist durch Irrigation viel getan worden und werden große Erfolge dort nicht ausbleiben. Artesische Brunnen konnte man in vielen Teilen dieser Gegenden stoßen, im Norden genügt der Regenfall allein für die Pflanzenkultur. Bisher wurden Mais und Kartoffeln gebaut, aber erst die Zukunft wird genügende Mengen davon auf den Markt bringen. Luzerne als Viehfutter gedeiht prächtig auf bewässertem Lande; Durra, Bohnen und Futter­melonen kommen gut vorwärts. Türkischer Zigarettentabak und Pfeifentabake wurden mit Erfolg in Osona gepflanzt und hergestellt. Die Regierungsversuchsstation in Okahandja gibt der Tabakkultur jede Aufmerksamkeit und Hilfe. Baumwolle auf Versuchsbasis konnte noch nicht ermutigen, jedoch ist es nicht unwahrscheinlich, daß sie bald in lohnender Kultur vorauskommt. Früchte und Wein­trauben im Bewässerungsgebiete und auch unter dem günstigen Regenfall des Nordens gedeihen immer mehr, die Weinkulturen litten unter Vogelschwärmen. Pfirsiche und Aprikosen gaben gute Ernten, während Kirschen und Birnen nicht fortkamen.

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