NACHTRAG 1.
GLETSCHERSPUREN AUF DER KELA-HALBINSEL.
Auf S. 9 und 18—22 wurde erwähnt, daß an der Ostküste des Huon- golfes zwischen der Kela-Halbinsel (Kap Parsi, Samoahafen) und Braunschweighafen manches darauf hindeutet, daß dort ehemals einzelne Gletscherzungen bis zum Meere hinabreichten. Da jene Gegend im 7° südl. Breite, also in nächster Nähe des Äquators liegt, bleibt es an sich höchst unwahrscheinlich, daß zu irgend einer Zeit das Eis so tief hinabgestiegen sein sollte.
Während der Drucklegung vorliegenden Bandes fand ich Gelegenheit, mit mehreren Autoritäten auf dem Gebiete der Gletscherkunde über diese Dinge Rücksprache zu nehmen, wobei sich einige neue Gesichtspunkte ergaben. Deshalb mögen die Verhältnisse auf der Kela-Halbinsel noch einmal kurz skizziert werden.
Vor dem Ausgange eines mächtigen Tales liegt eine gegenwärtig durch angeschwemmten Sand mit dem Festlande verbundene Insel, deren nördliche Seite gewaltige erratische Blöcke überdecken (Fig. 2 u. 3 S. 20). Während der anstehende Fels Grünstein (Hornblende) ist, bestehen die großen Blöcke aus Granit; außerdem findet man dort zahlreiche kleinere aus Serpentin. Einzelne Blöcke (z. B. Fig. 3) zeigen Abschleifungen, Furchen und Schrammen. Wäre es möglich, daß sie auf andere Weise als durch Eistransport hierher gelangten? Beförderung durch Wasser bleibt ausgeschlossen, da die Insel viel zu weit vor dem Ausgange des Flußtales liegt.
Die Findlinge könnten die Überreste der Granit- und Serpentinfüllung eines Ganges im anstehenden Gebirge sein. Auch diese Erklärung ist von der Hand zu weisen, denn weshalb wäre gerade an dieser Stelle die anstehende Hornblende vollständig fortgewittert, während sie in der nächsten Umgebung überall erhalten blieb? Wo sind die Verwitterungsprodukte? Die Findlinge ruhen unmittelbar auf dem Felsen.
Eine andere Erklärung hilft uns jedoch über die Schwierigkeiten hinweg und gibt ungezwungenen Aufschluß über die Tatsache, daß die Reste jener Eiszeit jetzt unten am Gestade des Meeres ruhen. Wie auf S. 24 bemerkt, befinden wir uns hier in einem Erdbebenzentrum. Ein zweites Zentrum liegt auf der anderen Seite des Huongolfes in der Umgebung des Sattelberges; nördlich von letzterem haben wir die merkwürdige Terrassen- 492