ABSCHNITT 26.
KRANKHEITEN UND GEBRECHEN. ARZNEIKUNDE UND OPERATIVE EINGRIFFE.
Die am meisten in die Augen springende Krankheit — nicht nur bei dem Weißen — ist in Neu-Guinea die Malaria. Jetzt freilich, wo durch geordnete Chininprophylaxe sich die gesundheitlichen Verhältnisse außerordentlich besserten, kann man kaum glauben, daß noch vor zwei Jahrzehnten einzelne Gebietsteile von Kaiser-Wilhelmsland zu den schlimmsten Fiebergegenden der Erde gehörten. In den älteren Berichten tritt uns allerwärts die Klage entgegen: Malaria und kein Ende. Nur einige wenige Stellen aus den „Kirchlichen Mitteilungen“, dem Organ der Neuendettelsauer Mission, mögen hier angeführt werden. „Das Fieber stellt sich ziemlich regelmäßig alle 14 Tage bei mir ein“ (Flierl 1887 ). „Mit der Gesundheit geht es nicht viel besser als im Anfang. Das Fieber hält fast alle 14 Tage seinen Einzug“ (Tremel 1887 ). „Der Gesundheitszustand war im vergangenen Monat nicht sonderlich gut. Tremel hatte einmal ziemlich starkes Fieber, Bamler mehrmals leichte Anfälle, meine Frau litt mehrere Tage am Fieber und zuletzt kam ich an die Reihe“ (Flierl 1888 ). „Bamler hatte ein paar leichte, meine Frau im letzten Monat wieder mehrere Anfälle, darunter einen dreitägigen, recht heftigen; ich war ein paarmal vom Fieber heimgesucht“ (Flierl, Sept. 1888 ). „Je länger man hier ist, desto mehr gewöhnt man sich an alles, was anderer Art ist als in der Heimat. An das Fieber freilich gewöhnt man sich nicht so leicht. Es hält immer fleißig Einkehr bei uns“ (Tremel 1888 ). „Beim Abgänge der vorigen Post bekam ich das Fieber, hernach Bamler und zuletzt auch meine Frau“ (Flierl 1889 ). „Ich war im September 10 , im Oktober 8 , im November 12 Tage lang krank. Im Juni lagen wir einmal gleichzeitig zu viert, und es schien, als ob Krankenpflege die ausschließliche Beschäftigung des Simbanger Missionspersonals werden sollte“ (Pfälzer, Dez. 1889 ). „Vom Fieber hat natürlich alles zu leiden, öfter oder seltener, auf diese oder jene Weise. Es ist ein erbärmlicher Gast; kommt es nicht zum Ausbruch, so darf man sicher sein, daß es im Innern wütet. Ich hatte früher immer gedacht, in drei bis vier Jahren könnte man sich akklimatisiert haben; ich bin nun aber bald fünf Jahre hier und merke noch wenig von Akklimatisation“ (Bamler, Ende 1892 ). „Vetter ist schon mehrere Tage ganz bettlägerig, das Fieber
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