Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
314
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ABSCHNITT 19.

SIGNALWESEN UND SONSTIGE METHODEN DER MITTEILUNG. ERSATZ FÜR SCHRIFT.

Das Signalwesen ist bei den Papua trefflich ausgebildet, und die Leute können sich aufweite Entfernungen hin über alle möglichen Dinge verständigen. Es gibt vier verschiedene Methoden: 1. Fernruf; 2. Signale auf der Triton­muschel; 3. Signale auf den großen Trommeln; 4. Feuer- und Rauchsignale.

Der Fernruf wird besonders bei den Kai in der Umgebung des Sattelberges und im Inlande ausgeübt, wo man weder Tritonmuscheln noch die großen Signaltrommeln besitzt. Das wilde Bergland begünstigt den Ruf, der über die Täler hinweg von Bergrücken zu Bergrücken weitergegeben wird. Dabei entwickeln die Schwarzen ein ungeheuer kräftiges Organ und fuchteln während des Rufens mit flacher Hand und gespreizten Fingern dicht vor dem weitaufgerissenen Munde herum. Die Rufe werden in eigen­tümlich singendem Tone ausgestoßen und klingen jedesmal in ein lang­gezogenes o oder jo aus.

Mangfanangjo (Name des Angerufenen)! Bongbong walenggopiengo (die Weißen kommen)! Hae bapiangkeningo (räumt das Dorf auf)! oder:

Asangjo, Asangjo (Name des Angerufenen)! Mo wale bafinaponingo (Kommt und helft uns)!

Antwort: Fanggopenengo (Wir kommen)!

Als ich auf der Inlandreise mit Missionar Keysser bei den Hupe am Bulesom angekommen war, hallten die Täler bis spät in die Nacht hinein von den Rufen wieder, und am nächsten Morgen erschien denn auch die gesamte Bevölkerung aus weiter Umgebung auf der Station, um die Weißen anzustaunen.

So werden Nachrichten über weite Länderstrecken hin mit telegraphen­mäßiger Geschwindigkeit verbreitet. Als z. B. 1904 in Friedrich-Wilhelms­hafen der Anschlag auf die Weißen ausgeführt wurde, war man in Finsch- hafen hierüber schon nach einer Zeit unterrichtet, in der kein Bote oder kein Schiff den weiten Weg zurücklegen konnte.

Signale auf der Tritonmuschel (Jabim u. Bukaua: tau. Tami: tawul. Sattelberg-Kai: queng) sind besonders bei der Küstenbevölkerung des Huongolfes üblich. Nahe dem spitzen Ende der Muschel wird seitlich eine etwa zehnpfennigstückgroße Öffnung angebracht, auf welche der Bläser seine Lippen legt wie der Trompeter auf das Mundstück seines Instruments. Die Höhe des Tones schwankt mit der Größe der Muschel. Die tiefen Töne sind am 314