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Bd. 1 (1911)
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291
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ABSCHNITT 17.

JAGD UND FISCHFANG.

Der Papua ist ein trefflicher Schütze, der in ausgezeichneter Weise mit Schießwaffen umzugehen versteht. Zum Glück für den Europäer bekommt er aber nur als Jäger für den Weißen und als Polizeisoldat eine moderne Waffe in die Hand, sonst gäbe es in Neu-Guinea schon längst keine Weißen mehr. Für die eigene Jagd muß er sich auch heutigen Tags immer noch seiner primitiven Geräte bedienen. Der Speer kommt für ihn im wesentlichen bei der Scnweinejagd in Frage, wenn das Schwein vom Hunde gestellt ist oder sich in den ausgespannten Netzen verstrickte. Pfeil und Bogen können demselben Zwecke dienen, werden aber auch zur Vogel­jagd benutzt, allerdings nur bei günstiger Gelegenheit, denn die Aussicht, einen Vogel mit dem Pfeil zu treffen, der in den Kronen der riesenhohen Bäume sitzt, bleibt gering. Um die Treffsicherheit zu erhöhen, benutzen die Lae-Womba bei der Vogeljagd Pfeile mit drei Spitzen, welche den mehrspitzigen Fischharpunen gleichen. Um große Vögel von hohen Bäumen herunterzuholen, wird auch die Schleuder verwendet.

Da das Schwein das einzig ausgiebige Wildbret für den Papua ist, wird die Schweinejagd am intensivsten und mit den verschiedensten Mitteln betrieben, in erster Linie mit dem Hunde, welcher das Schwein aufspürt und stellt. Einzelne Hunde sind hierfür besonders befähigt und werden daher hoch geschätzt. Natürlich ist der Hund ohne kräftigen Zauber wertlos; der Leser findet hierüber Näheres in Abschnitt 25, ferner in Band 3 S. 130, 439 u. 453. Flinken Hunden bindet man Klapperketten (Sattelberg-Kai: wessi) um, damit man hört, wo sich dieselben im Walde aufhalten.

Ferner sucht man das Borstentier in Gruben zu fangen, die man in großer Anzahl im Walde anlegt. Dieselben sind etwa ein Meter im Geviert und bis anderthalb Meter tief. Am Boden befestigt man zugespitzte, harte Hölzer, damit sich das Tier beim Hineinfallen schwer verletzt. Die Gruben werden sorgfältig zugedeckt, so daß von denselben nichts zu sehen ist. Um Unglücksfälle zu vermeiden, wird das ganze Gebiet, in dem sich Schweinegruben finden, mit Stangen umzäunt, doch holten sich trotzdem schon viele in den Gruben ihren Tod, wenn durch einen umstürzenden Baum oder dergl. das Gehege unkenntlich wurde. Zwar kann sich ein Erwachsener wieder herausarbeiten, doch pflegen ihm die Spitzen schwere Fuß- und Bein­verletzungen beizubringen. Ich sah einen Mann, dem eine Spitze das dicke