Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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ABSCHNITT 16.

FELD UND FELDBESTELLUNG. SAGOBEREITUNG.

Völlig irrig ist die Vorstellung, daß den Schwarzen in Neu-Guinea alles in den Mund wächst, was sie zum Lebensunterhalte brauchen, daß sie nur nach Kokosnüssen, Bananen und anderen köstlichen Gaben der Tropen zu greifen haben, um im übrigen das Leben schwatzend, betelkauend und sich gegenseitig totschlagend zuzubringen. Trotz der üppigen Vegetation bringt Neu-Guinea erstaunlich wenig Fruchtpflanzen hervor und alles, was zur Nahrung dienen soll, die Kokospalme nicht ausgenommen, muß an­gepflanzt werden.

Dazu kommt die mühevolle Arbeit des Waldrodens, der Mangel an geeigneten Werkzeugen und das Fehlen von Tieren, welche bei der Feld­arbeit behilflich sein könnten. Daher ist es den Schwarzen weniger zu verargen als den Europäern, wenn sie die Kinderzahl freiwillig einschränken.

Um ein Feld herzurichten, ist zunächst der Urwald zu roden. Das bereitet in dem gebirgigen, dicht bewaldeten Lande große Schwierigkeiten. Jetzt, wo den Schwarzen fast überall europäische Äxte zur Verfügung stehen, fallen auch die gewaltigsten Baumriesen, und es ist eine wahre Lust zuzu­sehen, mit welcher Kraft und Ausdauer die Axt gegen das Holz geschwungen wird. Früher, als man noch mit Steinwerkzeugen arbeitete, mußte man sich bei den starken Stämmen darauf beschränken, den Baum durch Abschälen der Rinde zum Absterben zu bringen, und ihn im übrigen aufrecht stehen lassen, denn das Fällen würde die Arbeit mehrerer Tage erfordert haben.

Das Roden des Waldes ist ausschließlich Sache der Männer und zwar führt die ganze Dorfschaft oder wenigstens ein größerer Familienverband die Arbeit aus. Sind Stämme und Unterholz niedergeschlagen, so läßt man alles einige Monate zum Trocknen liegen (Fig. 179); dann wird Feuer angezündet, damit verbrennt, was brennen will (Fig. 183). Den dicken, nassen Stämmen kann das Feuer nichts anhaben; sie bleiben liegen und sind später der Schrecken des Wanderers, den der Weg durch den wieder aufgeschossenen Buschwald führt. Schließlich wird das Feld gesäubert, d. h. abgesehen von den großen, schweren Stämmen wird alles beiseite geschafft, was das Feuer übrig ließ. Ferner ist der große Platz zum Schutze gegen die Schweine mit einem Zaune zu umgeben, was ebenfalls erhebliche Arbeit verursacht.

Schließlich folgt als letzte Männerarbeit das Umbrechen des Bodens.

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