Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen
 

ABSCHNITT 13.

WOHNUNG. DORF. SONSTIGE BAULICHKEITEN.

Das papuanische Haus ist der Regel nach auf 1 bis 2 m hohen Pfählen errichtet (Fig. 13 S. 42 u.

Fig. 109), einerseits weil dies besseren Schutz gegen feindliche Über­fälle gewährt, anderer­seits weil es vorteilhafter ist, möglichst hoch über dem feuchten Erdboden zu wohnen. Außerdem bietet der freie Raum unter dem Hause den Schweinen einigen Schutz gegen die Witte­rung, und man kann den­selben auch als Stapel­platz für allerhand Ge­rümpel insbesondere für Feuerholz und an der Küste für die Segel benutzen.

Abweichungen von dieser Bauregel kommen hauptsächlich dann vor, wenn durch Überfälle oder irgend welche Naturereignisse, wie schwere Erdbeben, Flutwellen und dergl., die Bewohner gezwungen sind, ihr Dorf zu verlassen, und in steter Furcht vor weiteren unliebsamen Ereignissen sich nicht die Mühe geben, ordentliche Häuser auf Pfählen zu errichten; dann begnügt man sich mit elenden Hütten, die unmittelbar auf dem Erd­boden stehen (Fig. 11 S. 38). Fernerhin werden auch dort die Wohnungen direkt auf die Erde gesetzt, wo felsiger Boden das Eintreiben von Pfählen erschwert. Am Huongolf geschieht dies in den Gegenden unweit der eng­lischen Grenze. Dort legen die Papua ihre Dörfer auf steiler Höhe an (Fig. 14 S. 44), wo sie vor ihren Feinden einigermaßen sicher sind; aber der nackte Fels tritt offen zu Tage und bietet längeren Pfählen keinen Halt (Fig. 110, 111). Neuerdings, wo die Sicherheit größer wird, beginnt der 212

109. Hütte der Hupe am Kua. Kai-Inland, westlich von Finschhafen.