Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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ABSCHNITT 12.

BEKLEIDUNG UND SCHMUCK.

Völlige Nacktheit ist in Kaiser-Wilhelmsland bei Männern recht selten; bei Weibern kommt sie überhaupt nicht vor soweit bis jetzt bekannt mit einer einzigen Ausnahme, über die Lehner in Band 3 S. 444 berichtet: beim Siegesfeste tanzt in Bukaua die Frau des Hauptkämpfers nackt, ohne Schürze oder sonstige Verhüllung, um den Kreis der Männer.

Kinder beiderlei Geschlechts gehen überall nackt und es schwankt das Alter für die erste Bekleidung zwischen dem dritten und achten Lebens­jahre (S. 153). Ebenso sind die Beschneidungskandi­daten in Sissanu völlig unbekleidet (Fig. 69 S. 158).

Am Augustafluß sah ich 220 km von der Mün­dung und im Dorfe Radja, 300 km von der Mündung, einzelne ganz nackte Männer, ebenso bei den Lae- Womba, Morobe (Taf. 23 Nr. 2) und am Waria.

Erster Anfang der Bekleidung ist bei Männern die um den Leib gebundene Schnur, unter welche die Spitze des Penis eingeklemmt wird. Dies findet sich bei den Lae-Womba (Taf. 90, 91, 92, 93, 94,

95, 102), bei verschiedenen anderen Stämmen im Tale des Markham und seiner Nebenflüsse, auch bei den Bewohnern des Kraetke-Gebirges, von denen Dammköhler ermordet wurde, und bei den Lowarra nahe der englischen Grenze. Wenn beim Gehen die Penisspitze unter der Schnur hervorrutscht, wendet sich der Mann ab, befördert das Glied an seinen richtigen Platz und fühlt sich nun wieder vollkommen gesellschaftsfähig. Dieselbe primitive Art der Be­kleidung findet sich auf der kleinen aus Jabim stammenden Steinfigur (Fig. 5961 S. 142), außer­halb Neu-Guineas bei den Bewohnern der Neu- Hebriden und auf Neu-Kaledonien.

Ein weiterer Schritt in der Verhüllung des menschlichen Körpers ist die Bekleidung des Penis mit einem Flaschenkürbis. Man findet dies bei den Lawo im Hinterlande von Leitere unweit der hollän­dischen Grenze (Fig. 96 und Bd. 2 Taf. 327 u. 328),

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96. Penisbekleidung der Lawo.