Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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ABSCHNITT 3.

REISEWEG.

Nach Überstehen von zwei kräftigen Taifunen im chinesischen Meer landete ich mit meiner Frau, die mir auf der ganzen Reise eine treue Be­gleiterin war und nur während der schwierigen Inland-Expeditionen an der Küste zurückblieb, Ende Oktober 1908 in Friedrich-Wilhelmshafen. Da sich daselbst große Plantagen der Neu-Guinea Co. befinden und überdies Eingeborene aus der weiteren Umgebung bei Wegearbeiten beschäftigt waren, hatte ich sogleich Gelegenheit, Vertreter verschiedener Stämme genauer zu untersuchen. Durch die Güte des dort stationierten Regierungsassessors Herrn Dr. Scholz, unseres gastfreien Wirtes, konnte ich auch Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Nach dreiwöchentlichem Aufenthalte wurde die erste Küstenreise auf dem DampferSiar der Neu-Guinea Co. angetreten, auf der wir folgende Punkte berührten: Potsdamhafen, Hansabucht, Dallmannhafen, die Inseln Muschu, Valis, Angel, Seleo, Tumleo und die Regierungsstation Eitape (Berlinhafen). Unmittelbar an diese Fahrt schloß sich die Reise über Stephansort nach Finschhafen und dem Sattelberge, wo am 8. Dezember für mehrere Monate das Hauptquartier aufgeschlagen wurde. Dort wie in der ganzen weiteren Umgebung des Huongolfs ist seit 1886 die lutherische Neuen- dettelsauer Mission angesiedelt. Den größten Teil meines mehr als neun­zehnmonatlichen Aufenthaltes in Kaiser-Wilhelmsland brachte ich im Gebiete dieser Mission zu, der ich für die Förderung meiner Arbeiten und. für die Hilfe, welche sie mir nach jeder Richtung hin angedeihen ließ, zu größtem Danke verpflichtet bin. Nicht nur daß wir auf ihren Stationen Unterkunft und Verpflegung erhielten; auch den Eingeborenen gegenüber waren die Missionare stets hilfsbereite Vermittler und Dolmetscher, und wenn ich den Wunsch hatte, das Inland kennen zu lernen, begleiteten sie mich in die unwegsamsten Gebiete. Schließlich ließen sich fünf dieser Herren (Keysser, Stolz, Zahn, Lehner, Bamler) die Mühe nicht verdrießen, ihre im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gesammelten Erkundungen niederzuschreiben. Dieselben sind im dritten Bande dieses Werkes veröffentlicht und bleiben für alle Zeiten ein schönes Denkmal ernsten, nicht durch religiöse Eng­herzigkeit beeinflußten Forschungseifers.

Die Station auf dem Sattelberge, welcher jetzt Missionar Keysser vorsteht, wurde 1892 in 830 m Meereshöhe, 140 m unterhalb der Spitze des Berges, als Erholungsstation für erkrankte Missionare und als Missionsstation für 28