Lebensmittelversorgung.
In den ersten Jahren des Betriebes wurde jeden Abend jedem Arbeiter „Posho“, d. h. eine Portion Maismehl, Bohnen oder Reis zu seinem Unterhalt verabfolgt. Das war eine zeitraubende, mühsame und wenig wirtschaftliche Methode, die wir jedoch — weil allgemein üblich — mit übernehmen mußten, weil wir sonst keine Arbeiter bekommen hätten. Wiederholte Versuche, die Rationen statt täglich wöchentlich auszuteilen, scheiterten daran, daß der Neger, so lange er Vorrat hatte, davon in sich hineinstopfte, was nur irgend Platz hatte, in zwei, drei Tagen zu Ende war und die übrigen vier bis fünf Tage hungerte oder vielmehr, statt arbeiten zu können, in den Wald ging und Wurzeln, Beeren und Waldkräuter suchte oder Vögeln nachstellte.
Erst ganz allmählich gelang es, vom System des „Posho“ abzugehen, nachdem die Leute soweit erzogen waren, daß sie den Wert des Geldes kennen lernten und mit demselben soweit hauszuhalten lernten, daß sie ihren Bedarf selbst einkaufen konnten.
Eines Tages, am 1. Juli 1910, konnten wir es wagen, das „Posho“ abzuschaffen, jedem Arbeiter seine Löhnung um den Wert des Geldes kennenlernten und mit demselben so- nur noch Geldlöhnung zu zahlen, und für ihre Verpflegung jeden Sonnabend eine kleine Anzahlung. Nach einiger Zeit funktionierte diese Methode. Bei richtigen Shenzies aus dem Innern hatten wir aber bis zuletzt Not mit diesen Fragen; da griffen nun die bereits kultivierten Kameraden beratend ein.
Ehe der Neger wirklich wirtschaften lernt, werden noch Generationen vergehen. Wir gaben uns alle erdenkliche Mühe, die Leute zur Sparsamkeit zu erziehen, durch Prämien und gute Verzinsung oder durch direkte Versendung