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Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
Entstehung
Seite
130
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Sisal.

Eine weitere vielversprechende Kulturpflanze ist die Sisalagave, mit welcher auf der Otto-Pflanzung bis zum Ausbruch des Krieges 416 Hektare bepflanzt waren.

Die Sisalagave eignet sich wegen der erforderlichen Maschinenanlagen ausschließlich für den Großbetrieb und zwar von mindestens 200 Hektaren an aufwärts.

Die Kultur bietet ebenfalls keine großen Schwierigkeiten. Die jungen Bulbillen werden in Pflanzschulen gezogen.

Wichtig ist, die beste Sorte, reine Sisalagaven (nicht etwa andere der zahlreichen Agavensorten) zu beschaffen und zwar die mit ganz stachellosen Blättern, mit nur einer stachligen Spitze.

Sobald die jungen Pflanzen etwa 20 Zentimeter im Durchmesser haben, können sie ausgepflanzt werden in das vorher mit Pföstchen genau ausgesteckte Gelände.

Der günstigste Abstand dürfte 22V2 Meter im Drei­ecksverband sein.

Die Pflanzen wachsen sehr leicht an. Fehlstellen sind selten; große Nässe ist dabei ungünstiger als Trockenheit; ein ganz geringer Grad von Feuchtigkeit im Boden genügt.

Von Schädlingen haben die Pflanzen kaum zu leiden, außer von Pavianen (Hundsaffen), welche die Herzblätter' der jungen Pflanze ausdrehen und beknabbern; auch Wild­schweine können einigen Schaden anrichten.

Ein bis zwei Jahre kann Baumwolle und anderes als Zwischenkultur zwischen den Sisalagaven gepflanzt werden.

Die Reinhaltungskosten werden auf diese Weise durch den Ertrag dieser Nebenkulturen gedeckt.

Nach drei Jahren haben die Blätter eine Länge von über einem Meter erreicht und können abgeerntet werden. Das geschieht, indem man die untersten reifen, dicken, fleischi-