deutsche Volkswirtschaft einsehen, wird sicher die in unseren Kolonien gezogene Baumwolle zu einem wertvollen Faktor für die deutsche Textilindustrie werden, umsomehr, da nun das erste Lehrgeld bezahlt ist und die später kommenden Kolonisten sich unsere Erfahrungen zunutz machen können.
Andere Kulturen.
Wie aus dem bisher Gesagtem hervorgeht, ist mit der Kultur von Baumwolle in Deutsch-Ost-Afrika •— vermutlich auch in allen anderen deutschen Kolonien — ein ziemliches Wagnis verbunden, weil noch keine im Lande lange genug erprobten Erfahrungen vorliegen und die Baumwollstaude sehr von klimatischen und Regenverhältnissen abhängt.
Deshalb durften wir uns nicht auf diese Kultur allein verlegen, sondern mußten andere Kulturen, die gegen Witterung und Schädlinge weniger empfindlich sind, hinzunehmen, um nicht sozusagen den ganzen Einsatz auf eine Karte zu setzen.
Je nach Höhenlage, Regen und Bodenverhältnissen kommen hierfür die verschiedensten Tropenkulturen in Betracht.
Selten gedeiht Kaffee, Thee, Chinarinde oder Kakao neben Baumwolle, weil die klimatischen Ansprüche dieser Kulturen zu verschieden sind; sie verlangen höhere Lagen; hingegen Kautschuk, Sisalagaven, Kokospalmen, allenfalls auch Tabak und Vanille, Bananen, Manillahanf, Kapok und anderes mehr.
Von diesen Kulturen seien einige, die wir auf der Otto- Pflanzung betrieben, kurz vorgeführt.