Baumwolle.
In dem Kapitel über Rodearbeit haben wir bereits gesehen, wie der niedergelegte Wald abgebrannt wird und alles, was das Feuer nicht vernichten konnte, vollends zusammengeschlagen, auf gehäuft und nochmals durch Feuer weggeräumt wird.
In der zweiten Saison 1908—9, in welcher der Dampfpflug eintraf, waren etwa 140 Hektare pflanzfertig klar gemacht, die noch in derselben Regenzeit teilweise mit dem Dampfpflug unter Kultur gebracht und mit Baumwolle, ein kleiner Teil auch mit Kautschuk (Manihot Glaziovii) angepflanzt wurden. Außerdem waren etwa 300 weitere Hektare gerodet und warteten der Bearbeitung durch den Dampf- pfiug.
Wenn zu Ende der trockenen Jahreszeit die ersten Regen fallen, ist in wenigen Tagen alles grün. Bald setzt die sogenannte kleine Regenzeit ein, und es muß nun auf Tod und Leben das überall emporschießende Gras niedergehalten und das Land pflanzfertig rein gemacht werden.
So lange das Gras nicht zu hoch ist, wird es mit dem Dampf pflüg untergepflügt; bald aber kann auch dieser das meterhohe Gras nicht mehr bewältigen und es bleibt nichts übrig, als dasselbe auszuhacken, in Haufen zusammenzutragen und, wenn es die Witterung erlaubt, zu verbrennen, andernfalls es in Reihen zu legen, um dazwischen pflanzen zu können. Dies muß sofort geschehen, weil das Gras nach wenigen Tagen wieder nachwächst und die Saat ersticken würde. Die Baumwollstaude ist perennierend, wird aber in der Regel als einjährige Kultur behandelt, weil die Güte der Wolle vom zweiten Jahr ab meistens abnimmt, die Baum- wollschädlinge überhand nehmen und allerhand Pilzkrankheiten die Staude befallen.