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Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
Entstehung
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entlassen oder neue eingestellt werden, gibt es immer Neues zu bestimmen.

Nachdem die Besprechungen erledigt und die Herren meist nach Hause gegangen sind, kommen dieShauris (Verhandlungen) mit den Schwarzen, die der kaufmännische Leiter oder ich abhalten. Jeden Tag kommen einige mit be­sonderen Anliegen; mancher hat eine Beschwerde, die unter­sucht und beurteilt werden muß, allerhand Händel, Ehestrei­tigkeiten, Nahrungsschwierigkeiten, Krankheitsfälle, Lohn­fragen usw. usw. Es ist wesentlich, auf die vielen kleinen Anliegen des Negers mit Geduld und Verständnis einzu­gehen. Das gibt ihm Vertrauen.

Dann werden noch die verschiedenen Tagesberichte zu­sammengestellt und in die Bücher eingetragen, etwaige Briefe erledigt, Dorf, Wirtschaftshof und Stallungen noch­mals nachgesehen, und mit Einbruch der Dunkelheit begibt man sich in seine Wohnung zum frugalen Abendimbiß und der baldigen Nachtruhe. In dieser Weise, mit den der Jahreszeit, der Vielseitigkeit und der Verschiedenartigkeit der Arbeiten und Ernten entsprechenden Abänderungen geht es jahraus, jahrein.

Die Eisenbahn naht.

Die ersten Jahre unseres Plantagenunternehmens waren natürlich die schwierigsten, schon weil alles ganz aus den Urverhältnissen heraus und mit gänzlich ungeschulten Ar­beitern geschaffen werden mußte, keine Vorgänge als Richt­linien vorhanden waren und man erst allmählich Erfahrun­gen sammeln konnte; dann aber besonders auch durch den Umstand, daß wir fast ioo Kilometer von der nächsten Eisenbahnstation entfernt waren und alles, was wir brauch­ten, durch Träger herbeigeschafft werden mußte. Dadurch