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Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
Entstehung
Seite
73
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Erst lange später waren die Leute soweit erzogen, daß man ihnen das Werkzeug auf ihre Arbeitskarte anschreiben konnte und sie es erst am Schluß des Monats vor dem Aus­zahlen abzuliefern brauchten.

Die geistige Stufe neuangekommener Arbeiter aus ge­wissen Gegenden des Inneren, die noch nie auf einer Plan­tage gearbeitet hatten, spottete oft jeder Beschreibung, so daß man sie nicht anders als tierisch bezeichnen konnte.

Später erstaunte ich dann ebenso über die rasche Ent­wicklungsfähigkeit des Negergehirns, sobald seine an sich nicht geringe natürliche Auffassungsgabe für höhere Ge­danken geweckt wird.

Es dauert allerdings oft lange, bis der Mshenzi (Busch­neger) die ersten Begriffe erfaßt; aber es handelt sich meist nur darum, daß er einmal etwas ihm Neues, Wesensfremdes richtig erfaßt; dann geht der Fortschritt rasch voran, und in wenigen Monaten ist ein brauchbarer Mensch und Arbeiter aus ihm zu machen, an dem man seine helle Freude haben kann.

Wir hatten zuletzt manchen Arbeiter draußen, der als Vorbild mehr wert war als zwanzig andere zusammen. Aber im Anfang ist man oft tatsächlich selbst zu dumm, um die Dummheit des noch rohen Negers zu begreifen.

Pflanzfertig.

Wenn nun in der unter Rodearbeiten beschriebenen Weise ein Wald niedergelegt ist, bleibt alles einige Wochen oder Monate liegen, bis es genügend ausgetrocknet ist, um abgebrannt zu werden.

Wertvolles Bauholz wird gesichert und, soweit wir es für eigene Bauten verwenden könnnen, zersägt und wegge­schafft.