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Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
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leisteten Pionierarbeit bestand. Ein solcher Gedanke durfte wohl mit Stolz erfüllen; und mit froher Begeisterung ging ich an das Werk.

In Bagamoyo und Saadani.

Um einen allgemeinen Einblick in afrikanische Plan­tagenverhältnisse zu bekommen, sollten nun vor allem einige bereits in Betrieb genommene Unternehmungen besucht werden.

Bagamoyo (früher der wichtigste Ort an der Küste) stand damals unter der Leitung des Bezirksamtmanns K., der die Reise meines Chefs organisiert und ihm dazu achtzig Träger beschafft hatte. Er begleitete ihn dann mit einem Unteroffizier und vier schwarzen Askaris nach Kilossa. K. kannte also die Verhältnisse und ging mir Afrikaneuling in liebenswürdigster Weise mit seinem geschätzten Rat an die Hand; manchen wertvollen Wink verdanke ich ihm.

Mit lebhaftem Interesse wurden die Plätze besucht, die durch Emin Paschas jähen Tod und Wissmanns energische Bekämpfung des Araberaufstandes historische Bedeutung erlangt hatten.

In der Umgegend von Bagamoyo wurde unter Anleitung des Bezirksamtes von den Negern ziemlich viel Baumwolle gepflanzt. Die Deutsch-Ost-Afrikanische Gesellschaft hatte eine Baumwollentkernungsanlage errichtet, in welcher die aufgekaufte Baumwolle entkernt und in Ballen gepreßt wurde. Gerne nahm ich die Gelegenheit wahr, mich dort umzusehen. Es waren schon recht schöne Anfänge gemacht.

Das nächste Ziel galt der Versuchsplantage des kolonial- würtschaftlichen Komitees in Saadani, welches von Baga­moyo aus in mehrstündiger Fahrt in einerDhau, einem arabischen, mit Segeln bespanntem Frachtboot zu er­reichen war.