hört; er meint dadurch eine Stufe höher zu steigen. Die Sitte der Beschneidung ist übrigens bei verschiedenen Negerstämmen, z. B. den Massai, üblich, unbeeinflußt vom Islam, woraus schon die Vermutung ihrer semitischen Abstammung abgeleitet wurde.
Suaheli.
Das in West- und Südafrika im Verkehr zwischen Negern und Europäern übliche „Pidgin Englisch“ ist in Deutsch-Ost-Afrika unbekannt. Wer sich länger im Lande aufhalten will, muß unbedingt Suaheli lernen.
Suaheli ist eine primitive Sprache; ihr Wörterschatz ist nicht groß. Für höhere oder dem Neger neue Begriffe werden Fremdwörter aus indischen oder arabischen Sprachen benützt, auch portugiesische und englische wie deutsche Wörter werden gebraucht: Chisi (Käse, englisch cheese) Salati, Wursti u. s. f.
Die meisten Wörter werden für eine ganze Anzahl verschiedener Begriffe verwandt, die der Zusammenhang ergeben muß. Mit einem Schatz von ein paar hundert Wörtern kann man schon ziemlich weit kommen; z. B. das Wort Kipande bedeutet ein Stück, eine Wegstrecke, eine kurze Zeit, ein Anteil, eine Kontrollmarke, eine Arbeitermonatskarte, einen Pfosten, ein Grenzzeichen und noch manche andere Dinge. Das Wort piga, schlagen, kann im Zusammenhang mit dem entsprechenden Hauptwort schlagen, trommeln, rufen, jagen, schießen, kämpfen, trompeten und vieles andere bedeuten. Ähnlich gibt es viele Universalbegriffswörter. Satzbildung, Deklination und Konjugation sind äußerst einfach. Dem Anfänger erscheint es, daß der ungebildete Suahelineger einfach die verschiedenen Begriffswörter im Nominativ und Infinitiv aneinander reiht mit Hilfe