Druckschrift 
Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

zogen, in welchem auch die Kronen der Kokospalmen, die die Stadt umrahmen, erglänzten. Überwältigend war der Anblick, beruhigend in seiner Lieblichkeit für das in Er­wartung pochende Herz. Dar-es-Salam!Ort des Friedens! Der Dampfer hält. Mit Gesundheits-, Hafen- und Zoll­beamten werden die Formalitäten rasch erledigt. Agenten kommen an Bord und übernehmen die Besorgung des Ge­päcks und Unterkunft im Hotel. Auf Wiedersehen, Herr Kapitän! Leb wohl, kleineSomali; du hast dich tapfer gehalten!

In Daressalam.

Mit widersprechenden Gefühlen bestieg ich das Land. Was wird es mir bringen? Mein Herz pochte. Es war ja noch nichts Bestimmtes vereinbart; es konnte sein, daß eine Einigung über die Anstellungsbedingungen nicht erzielt wurde. Genau genommen, hatte ich sehr viel gewagt, als ich die wenn auch engeren, doch geordneten Verhältnisse in Indien im Stich ließ, um im dunklen Afrika mein Glück und meine Ruhe in ganz unbekannten Verhältnissen aufs Spiel zu setzen!

Doch was helfen solche nachträglichen Betrachtungen? Der Schritt war getan; ich war nun da; also weg mit allen störenden Gedanken! Vorwärts den Blick! Eines war sicher: schwere, harte Arbeit stand bevor. Die wollte ich gern leisten! Vorwärts!

Im Zoll gab es keine Schwierigkeiten; das Gepäck ent­hielt nur Gegenstände für meinen persönlichen Gebrauch. Nur die Einfuhr der mitgebrachten Gewehre und Munition erforderte Formalitäten, die Lösung eines Waffenscheines. Auch dies erledigte sich glatt, denn Waffen muß jeder Eu­ropäer in Afrika besitzen.