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Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
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Seite
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bewußt werden mußten, daß sie in Anbetracht der noch zu wenig erforschten wirtschaftlichen Verhältnisse in Ost- Afrika darauf gefaßt sein mußten, eine Reihe von Jahren erhebliche finanzielle Opfer bringen zu müssen; aber wenn man das gesteckte hohe Ziel erreichen und der weitverzweig­ten deutschen Textilindustrie eine gewisse Unabhängigkeit vom Auslande und einen neuen Aufschwung geben wollte, mußte man schon den Schritt ins Ungewisse wagen. In die­sem Sinne machte das deutsche Reichskolonialamt mit Dern- burg an der Spitze für die Sache Propaganda.

Ich lege besonderen Wert darauf, hervorzuheben, daß damals neben der wirtschaftlichen, ganz besonders durch die patriotische Bedeutung des Planes deutsche Großindustrielle veranlaßt wurden, das nicht unerhebliche Risiko auf sich zu nehmen.

Es darf deshalb auch als unbedingte Ehrenpflicht des deutschen Vaterlandes angesehen werden, daß bei Friedens­schluß dafür gesorgt wird, daß die großen Verluste, die nun die Unternehmungen in Afrika durch den Krieg erlitten, in großzügiger Weise ersetzt werden. Das in das Reich ge­setzt e Vertrauen muß gerechtfertigt werden.

Frisch gewagt.

In demselben vaterländischen Sinne ließen sich eine An­zahl hervorragender Vertreter der Textilindustrie für den Plan gewinnen, größere Baumwollplantagen in Deutsch-Ost- Afrika anzulegen; darunter ein altes Haus in Württemberg, das eine größere Anzahl von Baumwollspinnereien und Webereien betreibt.

Der älteste Chef des Hauses, Herr Kommerzienrat Hein­rich Otto-Stuttgart, entschloß sich gleichzeitig mit Dern- burg eine Reise nach Deutsch-Ost-Afrika zu unternehmen,