Reges Leben.
Wir haben im vorletzten Kapitel noch gesehen, wie Deutsch-Ost-Afrika nach den ersten Jugend- und Flegeljahren sich sehr bald auf sich selbst besann und positive Arbeit leistete. Die erste Periode datierte von der Übernahme durch die Regierung an wohl etwa zehn Jahre bis in den den Anfang des jetzigen Jahrhunderts.
Das ganze Land wurde allmählich in Bezirke eingeteilt, unter Verwaltung gebracht und organisiert. Im Anfang mußte diese eine militärische sein. Schon von 1905 ab konnte die Militärverwaltung allmählich einer Zivilverwaltung Platz machen.
An den Küstenplätzen entwickelte sich reges Leben. Werkstätten, Handelsgeschäfte und große Warenhäuser,, Hotels und Wirtschaften, Schneider, Bäcker, Schlächter, Schuster, Sattler, Möbelfabrikanten rührten sich; eine Sägemühle kam in Betrieb, Filialen der Warenhäuser wurden immer weiter in das Innere vorgeschoben. Dort entwickelte sich ein reger Tauschhandel. Elfenbein, Häute, Felle und Gehörne wurden von den Eingeborenen eingetauscht gegen Kleiderstoffe, Glas- und Flitterkram, Pulver, Blech- und Stahlwaren, Messing- und Kupferdraht usw. — Bald wurden der Küste entlang die ersten Kokospalmenplantagen angelegt; in den Bergen, besonders in Usambara, Kaffeeplantagen, später auch Gummi- und Sisalanlagen und eine große Gesellschaft zur Verwertung der Nutzhölzer mit Drahtseilbetrieb gegründet. Auch kleinere und größere landwirtschaftliche Betriebe nach europäischem Muster mit Vieh-, Pferde- und Schafzucht, Getreide-, Kartoffel- und Obstbau entstanden in höher gelegenen Gegenden. —
In Ammani wurde eine wissenschaftliche Zentralstelle und Untersuchungsstation unter Leitung deutscher Profes-