Zwei Jahrhunderte hindurch machten sich mit wechselndem Erfolg Portugiesen und Araber die Beherrschung der Handelsplätze streitig.
Das Innere von Ost-Afrika blieb bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts völlig unbekannt, bis durch einige kühne Forscher: Livingstone, Stanley, Emin Pascha, Stuhlmann u. a., das Dunkel sich zu lichten begann und abenteuerliche Kunde nach Europa drang.
Die ersten Anfänge deutscher Betätigung.
Das waren noch die Zustände, als am Anfang der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts man sich in Deutschland mit dem Gedanken, Kolonien zu erwerben, befaßte.
Die ersten Erwerbungen von Gebieten in Ost-Afrika durch Deutschland sind Dr. Karl Peters und der Deutsch- Ost-Afrikanischen Gesellschaft (1884—1885) zu verdanken. Für diese mußte schon nach fünf Jahren infolge des Araberaufstandes, der den Weiterbestand deutschen Einflusses ernstlich bedrohte, die deutsche Regierung eintreten und 1891 die Verwaltung des Schutzgebietes von der Deutsch-Ost-Afrikanischen Gesellschaft für das Reich übernehmen unter H. v. Wissmann als Reichskommissar.
Die erste Aufgabe war, den immer noch greulichen Sklavenhandel zu unterdrücken und dann allmählich den kulturellen Einfluß nach dem Innern auszudehnen, das, abgesehen von den Hauptverkehrswegen, noch fast völlig unerforscht war.
An wirtschaftliche Niederlassungen im Innern war vorerst kaum zu denken, oder nur unter abenteuerlichsten Voraussetzungen, da manche Stämme in jedem Fremden einen Sklaven jäger witterten und ihm feindselig entgegen traten.
Dazu kam, daß ein großer Teil der ersten Einwanderer