Deutsche Kleinsiedelungen und die Bodensrage.
Die Besiedelung weiter Teile unseres ostafrikanischen Schutzgebietes mit deutschen Kleinbauern ist naturgemäß eine der sür die Zukunft der Kolonie wichtigsten Fragen der Gegenwart. Denn alle Plantagenkulturen, wie wir sie bisher besprochen haben, werden, wenn sie noch so lohnend sind, doch nur einem verhältnismäßig kleinen Teil der Bevölkerung zugute kommen und haben ihre volkswirtschaftliche Bedeutung hauptsächlich darin, daß das Mutterland imstande ist, unabhängig vom Auslande seinen Bedarf an tropischen Produkten immer mehr auf eigenem Boden zu erzeugen und daß die in den Plantagen beschäftigte eingeborene Bevölkerung zahlungs- und aufnahmefähiger sür heimische Industrieprodukte wird. Aber erst wenn Tausende, oder gar Aunderttausende von deutschen Familien ihren dauernden Wohnsitz in jenen Gebieten nehmen könnten, wird Deutsch-Ostafrika ein Stück Neu- Deutschland werden, dem sich dann sicherlich die Sympathien der heimischen Bevölkerung in wachsendem Maße Zuwenden würden.
Das Vorurteil, das lange Zeit bestanden hat, als ob in tropischen Gegenden der deutsche Bauer nicht selbstwirtschaftend tätig sein und sich und seiner Familie dauernd günstige Lebensbedingungen schaffen könne, ist